Donnerstag, 23.November 2017

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Der Journalist und Publizist Karl Wilhelm Fricke hat am 15. Juni in Berlin den ersten Preis der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur für herausragendes Engagement für Freiheit, Demokratie und Zivilcourage erhalten. Mit der Vergabe wurde die Auszeichnung zugleich dem ersten Preisträger gewidmet und wird in Zukunft jährlich als Karl-Wilhelm-Fricke-Preis verliehen.
Bei der Preisübergabe erinnerte Bundespräsident a.D. Horst Köhler daran, dass Demokratie und Menschenrechte auch in Gegenwart und Zukunft immer wieder verteidigt werden müssten. Da der Preisträger Karl Wilhelm Fricke aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst anwesend sein konnte, nahm stellvertretend seine Tochter Julia Fricke die Auszeichnung entgegen.

In seiner Laudatio würdigte der Vorstandsvorsitzende der Bundesstiftung Aufarbeitung Rainer Eppelmann den Namensgeber des Aufarbeitungspreises als unermüdlichen Aufklärer über die wahren Verhältnisse in der DDR und einen engagierten Streiter für Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Rainer Eppelmann erinnerte daran, dass sich Karl Wilhelm Fricke wie kaum ein anderer vor und nach 1989 mit der Repression in der DDR auseinandergesetzt hat. Seine Analysen seien bis heute von herausragender wissenschaftlicher Bedeutung. Fricke zählt außerdem zu den bekanntesten Entführungsopfern des Kalten Kriegs, 1955 wurde er von der DDR-Staatssicherheit aus West-Berlin verschleppt und wegen seiner kritischen Kommentare zum SED-Regime zu vier Jahren Haft verurteilt.

Ermöglicht wurde der Aufarbeitungspreis durch eine Spende des Publizisten, Mediziners und ehemaligen Fluchthelfers Burkhart Veigel an die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Burkhart Veigel betonte den Wert der Aufarbeitung, den der Preis zukünftig hervorheben soll: „Ich möchte, dass die Menschen unverhüllt wissen, was war.“ Gerade junge Menschen könnten anhand historischer Kenntnisse lernen, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit zu begreifen. Die Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung Anna Kaminsky kündigte an, dass der mit 20.000 Euro dotierte Karl-Wilhelm-Fricke-Preis ebenso wie ein Nachwuchspreis (5.000 Euro) zukünftig regelmäßig verliehen werden. Ab 2018 wird eine prominent besetzte Jury über die Vergabe entscheiden.

Mit der Wahl des Datums der Preisverleihung erinnerte die Bundesstiftung Aufarbeitung zugleich an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR, als über eine Million Menschen ihren Protest gegen die kommunistische Herrschaft in der gesamten DDR auf die Straße trugen und das Ende der SED-Herrschaft, freie Wahlen und die Einheit Deutschlands forderten. Der Volksaufstand, so Karl Wilhelm Fricke, sei ein „erstes Wetterleuchten am geschichtlichen Horizont der Freiheit“ gewesen.

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Postfach 90 04 55 | 99107 Erfurt

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Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur trägt zur umfassenden Aufarbeitung von Ursachen, Geschichte und Folgen der Diktatur in der SBZ und in der DDR bei.

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für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik

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