Dienstag, 9.Februar 2016

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WIchtige Dokumente der SED-Bezirksleitung Suhl aus den Jahren 1952-1989 sind ab sofort im Archivportal auf thueringen.de verfügbar. Laut dem Leiter des Thüringischen Staatsarchivs Meiningen, Norbert Moczarski, bietet das Online-Findbuch Interessierten Informationen über den Inhalt von knapp 6.000 Akteneinheiten der SED. Diese umfassen Berichte, Sitzungsprotokolle oder andere interne Unterlagen der BV Suhl. Das Online-Findbuch gibt jedoch nicht den eigentlichen Inhalt der Dokumente wieder - es dient zur Recherche bezüglich des Umfangs und generellen Inhalts. Die eigentlichen Akten sind im Thüringer Staatsarchiv im Meininger Schloss Elisabethenburg zu finden. 
Über diesen Link gelangen Sie zum Findbuch. 

Auch 2016 ruft Thüringens Landtagspräsident Christian Carius Schülerinnen und Schüler mit dem Geschichtswettbewerb dazu auf, historische Begebenheiten im eigenen Lebensumfeld zu ergründen und sich damit auseinanderzusetzen. Der diesjährige Wettbewerb steht unter dem Motto „Spurensuche“. Die Teilnehmer sollen nach Hinweisen verschwundener oder vergessener Orte in ihrer Region suchen. „So können sie sich mit der Geschichte ihrer Heimat vertraut machen und sie dadurch besser kennenlernen. Manche Straßennamen, oder vergilbte Firmenschilder fielen auf dem täglichen Schulweg bisher vielleicht nicht auf. Setzen sich die Teilnehmer jedoch bewusst mit ihrem Umfeld auseinander, machen sie bei der Recherche Entdeckungen, an denen sie bisher sprichwörtlich vorbeigelaufen sind. Auf diese Weise werden den Schülerinnen und Schülern geschichtliche Zusammenhänge vor Ort bewusst. So bekommen sie das Gefühl Teil einer historischen Entwicklung zu sein“, sagte der Landtagspräsident.

Rund 300 Fachleute aus den Bereichen Geschichte, Politik und Pädagogik kamen am letzten Januarwochenende zur Neunten Geschichtsmesse in Suhl zusammen, um über politische Bildung, Aufarbeitung und Forschung zu debattieren. Auch der Landesbeauftragte war dort mit Mitarbeitern aus Erfurt und der Außenstelle in Suhl vertreten. Zentrales Thema der Messe im Suhler Ringberg-Hotel  stellte die Untersuchung der Parallelgesellschaften in BRD und DDR mit ihren asymmetrischen Verflechtungen dar.
Eppelmann Ramelow WebMit großer Spannung wurde das abschließende Streitgespräch zwischen Rainer Eppelmann, dem Vorstandsvorsitzenden der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, und Ministerpräsident Bodo Ramelow, DIE LINKE, erwartet. Hier sollten die Aufarbeitungsaktivitäten unter der neuen Landesregierung  evaluiert und Akzente für die Zukunft gesetzt werden.  
Im Laufe des Gesprächs erlangten beide Diskutanten Konsens darüber, dass nicht nur die Opfer der SED-Diktatur aktiver Teil des Aufarbeitungsprozesses sein sollten. Vielmehr müssten sich auch die Täter des SED-Regimes der Debatte stellen, um so in einem tatsächlichen Dialog geschehenes Unrecht aufzuarbeiten. MP Ramelow will auch im kommenden Jahr wieder ein Gespräch mit Eppelmann zur Aufarbeitung in Thüringen führen.

Bewerbungsbild 09 15 WebDas Team des Landesbeauftragten hat sich um eine neue Kollegin vergrößert. Anke Geier unterstützt unsere Außenstelle in Suhl ab sofort als Wissenschaftliche Mitarbeiterin. Die promovierte Historikerin lebt in Suhl und Dresden. In der sächsischen Landeshauptstadt hat sie nicht nur studiert (Neuere und Neueste Geschichte, Sächsische Landesgeschichte, Geologie), sondern auch erste berufliche Erfahrungen bei der BStU und im Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V. an der TU Dresden gesammelt. Ihr Interesse an der Zeitgeschichte wurde vor allem durch den Inhaber des damaligen Lehrstuhls für Zeitgeschichte, Professor Klaus-Dietmar Henke, befördert. Bei ihm schrieb sie auch ihre Magisterarbeit, in der sie der Frage nachgeht, inwiefern der nationalsozialistische Staat zwangsläufig die Bedingungen jugendlicher Nonkonformität selbst hervorbrachte. 

Nach dem Studienabschluss im Jahr 2007 folgte ein Ergänzungsstudium an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer, bevor Frau Geier zwischen 2009 und 2012 am Institut für Industriearchäologie, Wissenschafts- und Technikgeschichte der Technischen Universität Bergakademie Freiberg arbeitete. Hier begann sie ihre Doktorarbeit zur Verflechtung der Freiberger Hochschule in die Planwirtschaft der SBZ und DDR zu schreiben, die schließlich 2015 erfolgreich verteidigt wurde. Von 2012 bis 2014 lehrte sie am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Philipps-Universität Marburg vor allem DDR-Geschichte, aber auch Historische Hilfswissenschaften. Zudem arbeitete sie als Besucherreferentin im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden und befasste sich mit Familiengeschichtsforschung. Ihr historisches Interesse gilt generell der Geschichte der SBZ und DDR sowie dem Nationalsozialismus und speziell der Wirtschafts- und Alltagsgeschichte.

Wir freuen uns über die profunde Verstärkung des Teams und heißen Frau Geier in der Behörde herzlich willkommen. 

Der Schweriner Landtag beschloss mit großer Mehrheit, das systematische Doping von Sportlern in den drei ehemaligen Nordbezirken der DDR wissenschaftlich aufarbeiten zu lassen. Dafür sollen zwei Promotionsstipendien mit insgesamt 150.000 € vergeben werden. Anlaufstelle für Doping-Opfer wird die Behörde zur Aufarbeitung von Stasiunterlagen (Link). Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sprach von "tausendfacher Körperverletzung und massenhaften Betrug". Silke Gajek (Bündnis 90/Die Grünen) erklärte: "Wer das Staatsdoping der DDR verharmlost, untergräbt auch die heutige Dopingprävention." (Ostsee-Zeitung, 29.01.2016).
Beschluss in der Schweriner Landtagsdatenbank als pdf-Dokument

Am 27. Januar sollte im Thüringer Landtag über ein Gesetz entschieden werden, wonach Landtagsabgeordnete, die für die Stasi willentlich und wissentlich tätig waren, zukünftig nicht mehr als parlamentsunwürdig gelten sollen. Der Landesbauftragte sprach sich nicht nur gegen diese Gesetzesänderung aus, sondern forderte vielmehr eine Ausweitung der Unwürdigkeitsprüfung auf frühere hauptamtliche Parteisekretäre von SED und Blockparteien. Einen Kommentar von Gerlinde Sommer zur Diskussion finden Sie hier auf Thüringische Landeszeitung Online. 

Da die Koaltion sich letzlich in der Abschaffung der Bewertung "parlamentsunwürdig" nicht einigen konnte, stimmte der Landtag einstimmig gegen die Gesetzesänderung (Kommentar Elmar Otto in der TLZ)

 

Am 23. Januer tagt der Bund der Zwangsausgesiedelten (BdZ) in Erfurt. Die Präsidentin des BdZ, Marie-Luise Tröbs, fordert für die Betroffenen und Hinterbliebenen weitere Entschädigungen. Ministerpräsident Bodo Ramelow strebt dafür eine Bundesratsinitiative an. (DIE WELT 22.01.2016). Der Ministerpräsident hatte sich am 2. Oktober 2015 mit der Präsidentin und weiteren Vertretern des BdZ getroffen

Fuchs 1„Eigentlich wollte ich nur Gedichte schreiben über die Liebe, über die Natur. Wichtigeres drängte sich vor“, sagte Jürgen Fuchs einst, 2009 wiedergegeben in Udo Scheers Schrift "Gegen die Feigheit" im Rheinischen Merkur. Wichtigeres drängte sich vor; der Schriftsteller und Bürgerrechtler wollte die DDR von innen heraus reformieren. Er wurde deswegen aus der SED ausgeschlossen, vom Studium relegiert, 1976 inhaftiert und nach fast einem Jahr Stasi-Haft ohne Prozess in die Bundesrepublik abgeschoben. Hier konnten seine Gedicht- und Protokollbänden schließlich erscheinen. Und von hier aus unterstützte er die DDR-Opposition.

Nicht zuletzt wegen seines politischen Engagements lautet die Adresse des Thüringer Landtags und seiner Fraktionen – auch die der Linken, die sich anfangs weigerte, den neuen Straßennamen zu verwenden - „Jürgen-Fuchs-Straße“. 2002 wurde diese nach dem 1999 verstorbenen Schriftsteller benannt.

Auf seinem Grabstein in Berlin stehen die Worte „Ich schweige nicht!“; sie beschreiben trefflich den Charakter des mutigen Bürgerrechtlers, der sich gegen Diktatur und Repression wehrte. Am 19. Dezember wäre Fuchs 65 Jahre alt geworden; dem tragenden Vertreter der DDR-Opposition wurde am 19. Januar 2016 im Thüringer Landtag im Rahmen eines Festaktes gedacht.  

Zu der Gedenkfeier mit Lesungen, Podiumsdiskussion und Musik von Stephan Krawczyk hatten der Landesbeauftragte Christian Dietrich gemeinsam mit dem Landtagspräsidenten Christian Carius eingeladen. Unter den Gästen waren 

 

Festakt Fuchs Web 1       Festakt Fuchs Web 2 

Festakt Fuchs Web 3 

So gestaltete sich das Programm zu Ehren von Jürgen Fuchs: 

Begrüßung:
Christian Carius (Landtagspräsident)
Christian Dietrich (Landesbeauftragter)

Ansprache:
Udo Scheer (Schriftsteller)

Lesung:
Hans-Jürgen Döring (ehem. Vizepräsident des Thüringer Landtags)

Podiumsdiskussion:
Hans-Jürgen Döring (ehem. Vizepräsident des Thüringer Landtags)
Doris Liebermann (Publizistin)
Siegfried Reiprich (Geschäftsführer der Sächsischen Gedenkstättenstiftung, Vorstand Plattform des Europäischen Gedenkens und Gewissens)
Udo Scheer (Schriftsteller)
Moderation: Dr. Katja Wildermuth (Leiterin der Redaktion „Geschichte und Gesellschaft“, MDR Fernsehen)

Musikalische Umrahmung:
Stephan Krawczyk (Liedermacher und Schriftsteller)

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Fotocredits: Denis Apel, CC BY-SA 3.0, Jürgen Fuchs ein Tag nach Haftentlassung in West-Berlin, 27. August 1977,Quelle Wikipedia

Quellen-Zeitzeugen-Projekt am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Sondershausen

"Angst vor der Stasi, Revolution, Wiedervereinigung. Woran sich die Erlebnis-Generation einfach erinnert, ist für Schüler „graue Theorie“. Ihre Erfahrungswelt wird geprägt durch das offene Gesellschaftssystem der Bundesrepublik Deutschland, während ihre Eltern und Großeltern in einer Gesellschaft aufgewachsen sind, in der eine unabwählbare Partei den Staat okkupierte, um ein geschlossenes Gesellschaftssystem zu errichten", sagt Dr. Matthias Wanitschke, Referent für politische Bildung und Schülerarbeit beim Landesbeauftragten. 

Weniger "graue Theorie" und mehr anschauliche Vermittlung der Funktionsweise der SED-Dikatur versucht der Landesbeauftragte im Rahmen seiner Bildungsarbeit zu leisten. Um dem Rechnung zu tragen, bietet die Behörde Bildungsprojekte an, die sich aus Quellenstudium von MfS-Akten und anschließender Zeitzeugenbefragung zusammensetzen.

Genauer beschreibt Dr. Wanitschke: "In der Auseinandersetzung mit den administrativen Texten, v.a. MfS-Akten, lernen die Schüler den funktionalen Blick eines Herrschaftsorgans auf die ehemaligen DDR-Bürger kennen. Durch die anschließende Zeitzeugenbefragung können die Schüler die Primärquellen kritisch hinterfragen und erhalten beispielhaft einen Eindruck von den Lebensumständen ihrer Groß-Eltern-Generation. Dieses Herantasten an die unbekannte Vergangenheit intendiert die kritische Anfrage der Heranwachsenden an ihre Groß-Eltern zu deren Lebensalltag in einem geschlossenen Gesellschaftssystem."

Über drei Tage findet diese Woche das Quellen-Zeitzeugen-Projekt mit Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Sondershausen statt. Wie das konkret in der Praxis aussieht, lesen Sie in dem Artikel "Sondershäuser Jugendliche forschen zur Vergangenheit ihrer Schule" auf Thüringer Allgemeine Online.

Film mit anschließendem Podiumsgespräch

mielke

Erich Mielke – sein Name steht für die Staatssicherheit in der DDR und ihr jahrzehntelanges geheimpolizeiliches Wirken. Als überzeugter Parteisoldat, ausgestattet mit umfassender Macht, lenkte er den Überwachungsapparat der Stasi.

"Erich Mielke – Meister der Angst" basiert auf Recherchen von Stasi- und BND-Unterlagen sowie auf historischem Film- und Archivmaterial. Im Fokus des Dokudramas steht der Mensch Erich Mielke: seine Motivation, seine Überzeugung, sein Antrieb – aber auch seine Paranoia, sein Scheitern und seine Ängste.

Im Anschluss an die Filmvorführung stehen Jens Becker (Regisseur) und Prof. Dr. Daniela Münkel (BStU) dem Publikum für Fragen zur Verfügung.

Weitere Informationen finden Sie unter dem Menüpunkt Veranstaltungen. 

Im Jahr 2015 wurden 62.544 Anträge zur persönlichen Akteneinsicht bei der Stasi-Unterlagen-Behörde gestellt. Insgesamt sind damit seit Bestehen der Behörde mehr als 3,1 Millionen Anträge von Bürgerinnen und Bürgern eingegangen.
Im Bereich der Akteneinsicht für Forschung und Medien erreichten die Behörde 1.351 Anträge (2014: 1.407). So waren Unterlagen zur Friedlichen Revolution, zur Opposition und zum Mauerfall auch im vorigen Jahr besonders nachgefragt. Auch der Einfluss des Staatssicherheitsdienstes auf Jugendliche stand im Blickfeld der Forscher.

Die Antragszahlen für das Jahr 2015 nach Kategorien aufgeschlüsselt:
62.544 Anträge zur persönlichen Akteneinsicht (inklusive Wiederholungsanträge, Anträge auf Decknamenentschlüsselung und Kopienanträge); Gesamt: 3.112.878
1.351 Anträge auf Akteneinsicht für Forschung und Medien; Gesamt: 31.807
13.344 Ersuchen zu Überprüfungszwecken (Regierungsmitglieder, Ab-geordnete, öffentlicher Dienst u. a.), Sicherheitsüberprüfungen und Rentenangelegenheiten; Gesamt: 3.397.402
4.766 Ersuchen zu Rehabilitierung, Wiedergutmachung und Strafverfolgung; Gesamt: 501.661

Auch die Zahlen für Thüringen aus 2015 zeigen, dass im Freistaat weiterhin ein großes Bedürfnis nach persönlicher Aufarbeitung vorliegt: 

Gesamt Erfurt Gera Suhl 

10.117   4.954  2.175 |2.988

davon

Gesamt Erfurt Gera Suhl 

5.750 | 2.918 1.315 1.517   Erstanträge    

3.047 1.536 614 897   Wiederholungsanträge   

1.138 425 209 504   Decknamenanträge          

182 | 75 37 70   Kopienanträge                  

Seit 1990 sind in Thüringen insgesamt 510.091 Anträge zur persönlichen Akteneinsicht eingegangen, davon in Erfurt 242.516, in Gera 136.690 und in Suhl 130.885.

Der Landesbeauftragte und Team wünschen frohe Weihnachten, beschauliche Feiertage und einen guten Rutsch in's neue Jahr!

w

 

Fotocredits: Sylvester Schnagl, CC BY-SA 2.0 DE

Weihnachten

Das aktuelle Heft der "Gerbergasse 18" widmet sich der SPRACHE IN DER DIKTATUR. Im Editorial schreibt Stefan Walter:
Liebe Leserinnen und Leser,

am 21. April 1986 endete der XI. Parteitag der SED. Rund 2500 Delegierte hatten in den Tagen zuvor den Vortrag Erich Honeckers, eine Ansprache von Michail Gorbatschow und viele weitere Tagesordnungspunkte zur Kenntnis genommen. Selbstverständlich fand dieses parteioffizielle Großereignis reichlichsten Niederschlag in der DDR-Presse. Im SED-Zentralorgan „Neues Deutschland“ (ND) fand sich beispielsweise bereits am 10. Januar 1985 die Schlagzeile „Bauern mit hohen Zielen zum XI. Parteitag der SED“. Es war eine Berichterstattung, die während des Parteitages ihren absoluten Höhepunkt erreichen sollte.

Allein der Abdruck des sogenannten Berichtes von Erich Honecker (genauer: „Bericht des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands an den XI. Parteitag der SED“) im ND vom 18. April 1986 nahm mehr als sechs Zeitungsseiten in Anspruch. Die redaktionelle Einfügung am Schluss soll hier in voller Länge wiedergegeben werden: „(Minutenlanger stürmischer Beifall. Die Delegierten und Gäste erheben sich von den Plätzen. Hochrufe auf die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands, ihr Zentralkomitee und das Politbüro. In den stürmischen Beifall hinein Sprechchöre: ‚Unser Generalsekretär – er lebe hoch!‘, ‚Es lebe die Einheit von Partei und Volk!‘ Hurra- und Hochrufe auf die Deutsche Demokratische Republik, auf die Partei der Arbeiterklasse, das Zentralkomitee und seinen Generalsekretär Erich Honecker)“.

Diese kurze Episode gibt ein beredtes Zeugnis über Propaganda und Sprache in der DDR."

Inhaltsverzeichnis

„Eigentlich wollte ich nur Gedichte schreiben über die Liebe, über die Natur. Wichtigeres drängte sich vor“, sagte Jürgen Fuchs einst, 2009 wiedergegeben in Udo Scheers Schrift "Gegen die Feigheit" im Rheinischen Merkur. Wichtigeres drängte sich vor; der Schriftsteller und Bürgerrechtler wollte die DDR von innen heraus reformieren. Er wurde deswegen aus der SED ausgeschlossen, vom Studium relegiert, 1976 inhaftiert und nach fast einem Jahr Stasi-Haft ohne Prozess in die Bundesrepublik abgeschoben. Hier konnten seine Gedicht- und Protokollbänden schließlich erscheinen. Und von hier aus unterstützte er die DDR-Opposition.

„Für mich gehörten seine Reader, hintersinnig als ‚Dialog‘ bezeichnet, zur wichtigsten Lektüre in den Jahren 1985 bis 1988. Und wenn wir etwas druckten, dann geschah es mit Umdruckmaschinen, die Roland Jahn und er in die DDR geschmuggelt hatten“, erinnert sich der Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Christian Dietrich.
Nicht zuletzt wegen seines politischen Engagements lautet die Adresse des Thüringer Landtags und seiner Fraktionen – auch die der Linken, die sich anfangs weigerte, den neuen Straßennamen zu verwenden - „Jürgen-Fuchs-Straße“. 2002 wurde diese nach dem 1999 verstorbenen Schriftsteller benannt.

Auf seinem Grabstein in Berlin stehen die Worte „Ich schweige nicht!“; sie beschreiben trefflich den Charakter des mutigen Bürgerrechtlers, der sich gegen Diktatur und Repression wehrte. Am 19. Dezember wäre Fuchs 65 Jahre alt geworden; dem tragenden Vertreter der DDR-Opposition wurde an seinem Geburtstag im Rahmen einer Gedenkfeier gedacht:

Gedenkfeier an der Jürgen-Fuchs-Stele im Foyer des Thüringer Landtags
Rede des Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Christian Dietrich
Rede des Geschäftsführers der Sächsischen Gedenkstättenstiftung Siegfried Reiprich


Gedenkfeier am 19.12.2015 Foto S.Laux

Wenn ich nur lachen könnte
und im Zirkus wäre
und nicht allein auf dem Weg in die Zelle
dort steht ein junger dicker Mensch
mit Lederstiefeln und Reithosen
dort an der Ecke
mit kleinen zugewachsenen Augen
steht und sagt: „Beeilnse sich“
wenn ich nur lachen könnte
an solchen Ecken
nach solchen Gesprächen
vor solchen Stiefeln. (Jürgen Fuchs, Gedächtnisprotokolle 16.2.)

Hans-Jürgen Döring, 1990-2014 Mitglied des Thüringer Landtags und Vorsitzender des Thüringer Schriftstellerverbandes, schreibt zu dem Text von Jürgen Fuchs: 

"Als Jürgen Fuchs am 16. Februar 1977 mit 23 Jahren den nebenstehenden Text im Stasi-Knast Berlin-Hohenschönhausen mit dem Finger auf die Tischplatte schrieb, hatte er 89 Tage Untersuchungshaft hinter sich gebracht. In stundenlangen Verhören mit psychischen Tricks unter Druck gesetzt, wollten ihn die Vernehmer zermürben, ihn zwingen, sich selbst zu belasten, seine Freunde zu verraten.
Doch Jürgen Fuchs boykottierte alle Versuche, ihn zu Aussagen zu bewegen. Mehr noch, er war fest entschlossen, die Methoden und Zermürbungstaktiken der Verhörspezialisten zu analysieren und sie ins Wort zu bringen. Aus seinem im Gedächtnis aufbewahrten Hafttagebuch entstanden die 'Vernehmungsprotokolle', ein Geflecht verschiedener Darstellungsstränge, darunter auch durch Taktstriche rhythmisierte Textstücke, wie hier vorgestellt.
Anschaulich erhellt dieser Text die innere Verfassung des Dichters. Die Sehnsucht nach Leichtigkeit und Unbeschwertheit wird konfrontiert mit der Wirklichkeit des Eingeschlossenseins. Auch wenn die Sprache unauffällig ist, fühlt man das Vibrieren unter der Oberfläche, erkennt man den doppelten Boden.
Ich lese diesen Text auch als Vermächtnis, dass wir die 'humane Orientierung' durchhalten und die Vergangenheit nicht mit Schweigen zudecken. Damit ein Mensch, der einzig seine Würde verteidigt, nie wieder stehen muss 'vor solchen Stiefeln'."

Der Trägerverein des Thüringer Archivs für Zeitgeschichte „Matthias Domaschk“ (ThürAZ) hat einen neuen Vorstand. Die Mitglieder des Künstler für Andere e. V. wählten am Freitag, den 11.12.2015 vier ehrenamtliche Vorstandsmitglieder für die kommenden zwei Jahre. Mit Andreas Ilse als Vorstandsvorsitzendem und Rayk Einax als Vize-Vorsitzendem wurde die Vereinsspitze wiedergewählt. Neu besetzt wird die Position des Schatzmeisters mit Manuel Leppert. Ebenfalls neu in den Vorstand gewählt wurde Petra Grund als erste Beisitzerin.
Andreas Ilse, der hauptamtlich als Regionalbetreuer für den Bundesfreiwilligendienst in Ostthüringen beim Bundesamt für Familie angestellt ist, dankte den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern Thomas Grund, Markus Bleeke und Dr. Jörg Ganzenmüller für ihre engagierte Mitarbeit: „Im Rückblick auf die letzten zwei Jahre haben wir viel für das ThürAZ erreicht.“
Auf den jetzigen Vorstand warten neue Aufgaben, unter anderem die Suche nach größeren Räumlichkeiten. Die inhaltliche Ausrichtung des Archivs wird hingegen beibehalten. Schwerpunkt der Sammlung sind weiterhin Dokumente zu Zivilcourage, Opposition und Widerstand in der DDR. Diese stellt das ThürAZ Archivnutzern zur Verfügung. Bildungsangebote wie Archiveinführungen und Quellenworkshops vermitteln darüber hinaus die Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte der Materialien.

Bereits im Jahr 2010 konnten im Deutsch-Deutschen Museum und der Gedenkstätte Mödlareuth mehr als 80.000 Besucher registriert werden, was den bisherigen Rekord darstellte. Das ungebrochene Interesse an der neueren deutschen Geschichte, sowie die unerwartet hohe Resonanz auf die ZDF-Serie „Tannbach“ führten im Jahr 2015 zu einem weiteren Anstieg der Besucherzahlen auf 85.000 Gäste. Mit „Tannbach“ wurde das thüringisch-bayrische Dorf, das bis Ende 1989 durch den eisernen Zaun geteilt war, deutschlandweit bekannt. An einigen Stellen hatte das DDR-Grenzregime seinerzeit den West- und Ostteil des Dorfes mit Mauersegmenten voneinander getrennt, weswegen Mödlareuth auch als „Little Berlin“ bezeichnet wurde. 

Nicht zuletzt wegen der großen Popularität des Grenzmuseums wird dieses in den kommenden Jahren mit 4,4 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt gefördert. Mehr dazu finden Sie auf Ostthüringer Zeitung Online. 

Vortrag von Dr. Matthias Wanitschke zum Quellen-Zeitzeugen-Projekt des ThLA in der Bildungsarbeit

Akten sw rot1Die DDR selbst ist Vergangenheit. Offen bleibt jedoch die Bewältigung des Erlebten durch die Opfer der SED-Diktatur. Offen bleibt auch, wie junge Menschen und zukünftige Generationen die einstige Realität der DDR wahrnehmen.

Das Quellen-Zeitzeugen-Projekt des Landesbeauftragten versucht, die einstige Realität in der DDR für Jugendliche besonders erlebbar zu machen: Schülern werden konkrete Fälle politischer Verfolgung in der DDR nicht nur anhand von MfS-Akten geschildert, sondern auch durch Gespräche mit Zeitzeugen – sie verdeutlichen eindrucksvoll Lebensumstände und Repression in der DDR. In der Auseinandersetzung mit den Akten des MfS einerseits und den persönlichen Schilderung der Situation und ihrer Folgen andererseits ergibt sich so ein umfassender Eindruck erlebter Geschichte.

Dr. Matthias Wanitschke, Referent für politische Bildung und Schülerarbeit beim ThLA, spricht am 8. Dezember im Erfurter Collegium Maius über das Projekt, seine Erfahrungen in der Bildungsarbeit und die Wahrnehmung der DDR bei Jugendlichen. 

Wir freuen uns über Ihr Kommen. Der Eintritt ist frei.

Wann: Dienstag, 08.12.2015, 18:00 Uhr
Wo: Collegium Maius, Michaelisstraße 39, 99084 Erfurt

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat beschlossen, dass für die Entschädigung ehemaliger deutscher Zwangsarbeiter in den kommenden Jahren insgesamt 50 Mio. € bereitgestellt werden sollen (2016: 20 Mio. €, Verpflichtungsermächtigung für 2017 und 2018: jeweils 15 Mio. €). Personen, die als Zivilpersonen aufgrund ihrer deutschen Staats- und Volkszugehörigkeit durch fremde Staatsgewalt während des Zweiten Weltkriegs und danach zur Zwangsarbeit herangezogen wurden, soll ohne Anerkennung einer Rechtspflicht / eines Rechtsgrundes als humanitäre Geste ein symbolischer finanzieller Anerkennungsbetrag gewährt werden. Einzelheiten regelt das Bundesinnenministerium in einer Richtlinie, die der Zustimmung des Haushaltsausschusses bedarf.

Die Platform of European Memory and Conscience ist ein Bildungsprojekt der Europäischen Union. Hierbei handelt es sich um eine Kooperation zwischen staatlichen Institutionen und Organisationen aus EU-Ländern in der Forschung, Dokumentation, Sensibilisierung und Aufklärung über die Verbrechen totalitärer (insbesondere kommunistischer und faschistischer) Regime.

Deutsche Mitgliedsorganisationen sind die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, die Hannah-Arendt-Gesellschaft zur Förderung der Geisteswissenschaften und Kultur e. V., die Stiftung Sächsische Gedenkstätten und der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen.

Weitere Informationen zu dem Bildungsprojekt im Allgemeinen und den neu gewählten Vorstandsmitgliedern finden Sie hier. 

Der Vorsitzende des Geschichtsverbunds Thüringen und des ThLA-Beirats, Horst Dornieden, hat heute gemeinsam mit dem scheidenden Geschäftsführer des Grenzlandmuseums Eichsfeld, Paul Schneegans, anlässlich des Tages des Ehrenamtes das Bundesverdienstkreuz von Bundespräsident Joachim Gauck im Schloss Bellevue erhalten. Der Landesbeauftragte gratuliert sehr herzlich zu dieser hohen Auszeichnung.

Die Rede des Bundespräsidenten zur Verleihung finden Sie hier auf bundespräsident.de 

Bundesarchiv Bild 1Am Morgen des 4. Dezember 1989 besetzte ein Kreis couragierter Menschen, darunter die Erfurter Künstlerin Gabriele Stötzer, die Stasi-Bezirksverwaltung in Erfurt. Damit wurde in der heutigen Landeshauptstadt die erste Stasi-Zentrale der ehemaligen DDR besetzt - und unter die Kontrolle der Bürger gebracht. Sie stoppten maßgeblich die Vernichtung der MfS-Akten, die Auflösung des DDR-Geheimdienstes war eingeleitet. Noch am selben Tag folgten andere Städte, wie Leipzig, Suhl oder Rostock, dem Erfurter Beispiel. 


Jenem historischen Jahrestag wird in Erfurt mit diesen Veranstaltungen gedacht:

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Vortrag und Gespräch
Das Ende der Stasi in Erfurt

Der Vortrag schildert, wie die Leiter der Kreis- und Bezirksämter im Herbst 1989 bei Demonstrationen und Besetzungen der Stasi-Dienststellen vorzugehen hatten. Berichte und Arbeitsanweisungen zeigen den damaligen "Verteidigungszustand" der Stasi auf dem Petersberg. Anschließend erzählt der Film "Zivilcourage" von fünf Frauen, die am 4. Dezember 1989 die Staatssicherheit herausforderten, um der Vernichtung von Stasiakten in der Bezirksverwaltung ein Ende zu setzen.

Wann: 4. Dezember 2015, 15:00 Uhr 
Wo: BStU, Außenstelle Erfurt, Petersberg Haus 19, 99084 Erfurt

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Gedenkfeier 
Besetzung der Staatssicherheit 

Ab 18:00 Uhr findet das feierliche Gedenken an die Besetzung vor der Polizeidirektion (Andreasstraße 38) statt. 

Wann: 4. Dezember 2015, 18:00 Uhr
Wo: Vor der Polizeidirektion, Andreasstraße 38, 99084 Erfurt

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Diskussionsrunde
Besetzung der Staatssicherheit und Tag für Zivilcourage

Ab 19:00 Uhr geht es in der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße weiter. Hier finden die Finissage zur Ausstellung „Briefe von der waffenlosen Front“ sowie eine Diskussionsrunde mit Schülerinnen und Schülern und Zeitzeugen statt. Die Gedenkstätte wird das Buch zur Dauerausstellung sowie das neue Filmprojekt „Nieder mit Hitler“, über fünf Erfurter Schüler im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, vorstellen. Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Gesellschaft für Zeitgeschichte e.V. Der Eintritt ist frei.

Wann: 4. Dezember 2015, 19:00 Uhr 
Wo: Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße, Andreasstraße 37a, 99084 Erfurt

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Das Foto zeigt die Erstürmung der Stasi-Zentrale in der Berliner Normannenstraße vom 15. Januar 1990. Fotocredits: Bundesarchiv, Bild 183-1990-0116-013, CC BY-SA 3.0 DE

Am 26. und 27. November fand in der Bundesstiftung Aufarbeitung in Berlin die Konferenz "Antisemitismus in der DDR und die Folgen" statt. Im Rahmen der hochkarätigen Panels wurde über die Ausprägungen von Juden- bzw. Israelfeindlichkeit in der DDR und deren bis heute reichenden Folgen in Ostdeutschland debattiert.
Im Kern stand der Befund, dass sich Antisemitismus in der DDR in erster Linie in Form von Antizionismus und damit einhergehend durch eine offene israelfeindliche bzw. palästinafreundliche Propaganda und Politik der SED äußerte.
Im Zuge der "antifaschistischen" Staatsdoktrin entzog sich die DDR der moralischen Schuldfrage zum Nationalsozialismus und negierte als "Neues Deutschland" auch in juristischer Hinsicht die Rechtsnachfolge des "Dritten Reichs". Auch deshalb wurden Forderungen von Juden nach Wiedergutmachung bzw. Rückerstattung von enteignetem jüdischen Vermögen - nach staatlicher Lesart die "Verschiebung deutschen Volksvermögens" zugunsten "zionistischer Monopolkapitalisten" - abgelehnt. In diesem Zusammenhang sprach Dr. Thomas Haury, der den einleitenden Vortrag hielt, von einem antizionistisch verkleidetem "sekundären Antisemitismus".
Schließlich waren antisemitische Ressentiments unter breiten Teilen der Bevölkerung anzutreffen, die Beseitigung und Schändung jüdischer Friedhöfe war im angeblich "antifaschistischen" Deutschland auch kein Einzelfall.
Auf den Fotos zu sehen sind Dr. Thomas Haury, Dr. Klaus Holz, Dr. Jan Gerber und Dr. Olaf Glöckner, die gemeinsam das erste Podium bildeten:
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Der Jenenser Theologe, Lehrer und Literat Klaus-Peter Hertzsch verstarb in der Nacht zum 26. November in Jena. In den 1960er Jahren war er in Jena Studentenpfarrer, später Leiter der Geschäftsstelle der evangelischen Studentengemeinden in der DDR und 1969 bis 1995 Professor für Praktische Theologie. Als Synodaler arbeitete über Jahre im Kirchenparlament der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Thüringen mit. Seine "biblischen Balladen" nach fünf Geschichten aus dem Alten Testament waren ostdeutsches evangelisches Bildungsgut.

"Ich bin mit Klaus-Peter Hertzsch aufgewachsen. Nicht nur als Nachbar, sondern auch mit seinen Texten. Die Kinderkantate 'Wie schön war die Stadt Ninive' durfte ich mehrfach mit aufführen und habe ich noch im Ohr. Diese Geschichte von Jona, der der Stadt Ninive das Gericht predigen soll und dann die Umkehr der Stadt erlebt und an der Barmherzighkeit Gottes verzweifelt, hat mich schon als Kind bewegt. Der Professor, der Max Frisch für Hörer aller Fakultäten auslegte, sprach am 16. April 1981 auf dem Friedhof die Worte zum Tod von Matthias Domaschk. 1982 erlebte ich, wie er versuchte, Demonstranten der Jenaer Friedensbewegung vor dem Polizei Abtransport in der Nähe der Jenenser Stadtkirche zu bewahren. Er war ein Ermutiger, der seiner Kirche immer wieder klar machte, dass sie unterwegs ist. Heute singen die Gemeinden mit seinen Worten 'Vertraut den neuen Wegen' (Evangelisches Gesangbuch)." (Christian Dietrich) 

Trauergottesdienst am 11. Dezember, 11:00 Uhr, Jena, St. Michael (Stadtkirche)           

Nachruf der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland

Ulrike Greim zu Klaus-Peter Hertzsch  auf mdr

Vegangenen Samstag wählte der Landessportbund Thüringen den Präsidenten für die kommende Amtsperiode - mit einem Ergebnis, dass den Willen zu Reformen nur zaghaft erkennen lässt. Denn alter und neuer Präsident des LSB ist Peter Gösel. Gösel tritt damit seine nunmehr achte Amtszeit an und steht bis zum Jahr 2018 an der Spitze des LSB. Erstmals seit 21 Jahren gab es bei der Wahl in Bad Blankenburg einen Gegenkandidaten - auf den Reformer Dirk Eisenberg fielen allerdings nur knapp 29 Prozent der Stimmen. Eisenberg hatte sich klar gegen SED-Altkader Peter Gösel positioniert und die bisherige Spitze des LSB auch hinsichtlich des mangelnden Aufarbeitungswillens zur Stasi- und Dopinghistorie kritisiert .
"Dass Kritik im Freistaat nur leise anklingt, liegt auch an der Einschüchterung der ehemaligen SED-Genossen", schreibt in diesem Zusammenhang Thomas Purschke in einem ausführlichen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bzw. auf faz.net.
Aus Sicht von Oliver Fritsch stand der Sieger ohnehin schon fest, der Journalist gibt auf Zeit Online eine Analyse zum Sport in Thüringen, "Wo die DDR noch Wahlen gewinnt".  

Seit 2000 werden im Rahmen des "Thüringen-Monitor" Stimmungen und Einstellungen der Thüringer repräsentativ erhoben. Die Langzeitstudie, die im Auftrag der Landesregierung durch die Uni Jena jährlich durchgeführt wird, ist kommende Woche Dienstag Thema im Kabinett; dann werden die Ergebnisse ausführlich vorgestellt. 
Der Thüringer Allgmeinen lagen bereits Fakten der noch unveröffentlichten Studie vor: So etwa, dass mittlerweile deutlich mehr Thüringer im Vergleich früheren Jahren die DDR als Unrechtsstaat bewerten; 61% der Befragten stimmten dieser Aussage zu, im Jahr 2014 waren es 54%. Trotz dieses zunehmend kritischen Blicks auf die SED-Diktatur bleibt die persönliche Einstellung zur DDR im Allgemeinen bei der Mehrheit der Befragten eine andere. 

Lesen Sie mehr zu den Ergebnissen des "Thüringenmonitors" auf Thüringer Allgemeine Online und Ostthüringer Zeitung Online

Ostbeauftragte Gleicke ruft zur Teilnahme auf

Das Deutsche Institut für Heimerziehungsforschung (DIH) untersucht gegenwärtig im Auftrag der Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, Iris Gleicke, die Rolle der Arbeit in den Einrichtungen der DDR-Jugendhilfe. Damit wird in wissenschaftlicher Weise dem Hinweis von ehemaligen Heimkindern nachgegangen, wonach es zum Teil erhebliche Arbeitsverpflichtungen vor allem in den Jugendwerkhöfen der DDR gegeben habe. Im Rahmen der Studie wird unter anderem eine Befragung ehemaliger DDR-Heimkinder durchgeführt.

Hierzu erklärt die Ostbeauftragte und Parlamentarische Staatssekretärin Iris Gleicke: "Die Aufarbeitung der Situation der Heimkinder in der DDR ist in den letzten Jahren weit vorangekommen. Dies hat maßgeblich dazu beigetragen zu verstehen, welches Leid vielen ehemaligen Heimkindern widerfahren ist. Es gibt allerdings noch ungeklärte Aspekte, die Fragen offen lassen. Derartige blinde Flecken der Aufarbeitung sind für die Betroffenen eine große Belastung." Gleicke ruft die ehemaligen DDR-Heimkinder, die als Jugendliche in den Heimen bzw. Jugendwerkhöfen arbeiten mussten, zur Beteiligung auf: "Ich möchte Sie herzlich darum bitten, sich an dieser Befragung zu beteiligen, auch wenn das im Einzelfall gewiss schmerzliche Erinnerungen weckt. Nur mit Ihrer Unterstützung können wir einen einigermaßen vollständigen Überblick über die Rolle der Arbeit in solchen Einrichtungen gewinnen. Mein Ziel ist es, dass auch dieses Kapitel der Geschichte der Heimkinder in der DDR aufgearbeitet werden kann." Gleicke betonte, die Nennung des Namens sei freiwillig, der Fragebogen könne auch anonym ausgefüllt werden.

Der Fragebogen des DIH kann über diesen Link ausgefüllt werden. Die Ergebnisse der Studie sollen bis Sommer 2016 vorliegen und Öffentlichkeit vorgestellt werden.

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In ihrem gestrigen Vortrag im Erfurter Collegium Maius erläuterte Gabriele Stötzer die Wirkungsmechanismen der Staatssicherheit anhand einzelner Schicksale aus der Erfurter Kunst- und Kulturszene der 60er bis 80er Jahre. Diejenigen, die Kunstformen außerhalb der staatlich organisierten Bahnen schufen, gerieten schnell ins Visier der Staatssicherheit. Individuelle Kunstaktionen betrachtete die DDR-Geheimpolizei als staatsfeindliche und andere gegen die staatliche Sicherheit und Ordnung gerichtete Handlungen. Insofern verwundert es nicht, dass die Künstlerin, die sich der Aufarbeitung der SED-Diktatur in diesem spezifischen Bereich widmet, von mindestens 30 Operativen Personenkontrollen und Operativen Vorgängen innerhalb der Erfurter Kunstszene in jenem Zeitraum berichtet.

IMG 0338 Web 2Resümierend hielt Gabriele Stötzer fest: "Kunst war in einer Diktatur wie dieser Vergangenen ein gesellschaftliches Ereignis, die Dinge im Detail wahrzunehmen und zu begreifen - in der rinnenden fremden Zeit die eigene Zeit zu leben. Kunst war sozial, ein menschlicher Akt - die Stasi war nicht sozial, gab keinen Mut, Freude, Hoffnung. Inzwischen ist diese Diktatur beendet, die DDR ist tot. Und mit dem Ende der DDR 1989 ging das dunkle Netz des Kalten Krieges zu Ende, wurde eine unendliche Anspannung schizophrener Gegenüberstellung in Europa gebrochen, die den letzen Teil des gerade vergangenen Jahrhunderts bestimmte. Aber noch heute spuken Gerüchte und Feindbilder im Gebiet der ehemaligen DDR - die inszeniert wurden, um Angst zu erzeugen."

Die von der Thüringer Landesregierung begleitete Untersuchung der Todesumstände des am 2. Februar 1977 in seinem Unterkunftsraum in der Grenzkompanie Erbenhausen mit einem Kopfdurchschuss leblos aufgefundenen DDR-Grenzsoldaten Hans-Jürgen Neuber hat zu einem ersten wichtigen Ergebnis geführt: Aus rechtsmedizinischer Sicht stellt der mit der rechtsmedizinischen Untersuchung beauftragte Direktor des Rechtsmedizinischen Instituts der Charité Berlin, Prof. Dr. Tsokos, abschließend fest, dass sich die Befunde des Kopfschusses bei dem DDR-Grenzsoldaten Neuber mit einem Suizid in Einklang bringen lassen. Lesen Sie mehr dazu auf der Internetseite der Thüringer Staatskanzlei. 

Unter dem Titel "Zivilcourage würdigen" wurde von einem internationalem Team für elf postkommunistischen europäischen Staaten die rechtiche Lage der Opfer kommunistischer Repression analysiert und Vorschläge zur Verbesserung ihrer Situation erarbeitet. Eine Zusammenfassung dieser Studie ist auf der Seite der Gedenkstätte Berlin-Höhenschönhausen zu finden. Link zur Publikation

Die 600seitige Studie wurde von der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen in Kooperation mit dem Okkupationsmuseum Lettlands (Latvijas Okupācijas muzejs), dem Institut für die Untersuchung kommunistischer Verbrechen und die Erinnerung an das Rumänische Exil (IICCMER) und des europäischen Bildungswerks "Platform of European Memory and Conscience" (Prag) erarbeitet.

Vortrag von Gabriele Stötzer zur Überwachung von Kunst und Kultur in Erfurt in den 60iger bis 80iger Jahren

Akten sw rot1Gabriele Stötzer führt in eine spannende Welt der Künstler, die Kunst auch als Freiraum für Lebensentwürfe in der DDR gebrauchten. Diejenigen, die Kunstformen außerhalb der staatlich organisierten Bahnen schufen, gerieten allerdings schnell ins Visier der Staatssicherheit. Ihre individuellen Kunstaktionen betrachtete die DDR-Geheimpolizei als „staatsfeindliche und andere gegen die staatliche Sicherheit und Ordnung gerichtete Handlungen“.
Künstler, die es schließlich mit der Stasi zu tun bekamen, wurden in ein Rondell der Verführung und Grenzüberschreitung geführt, dem sie ihre eigene kreative Kraft am Schaffen entgegensetzten - oder aber zerbrachen. Anhand einzelner Schicksale setzt sich ein komplexes Bild der Methoden des DDR-Geheimdienstes zusammen, diese Gruppen zu kriminalisieren, strafrechtliche Verfolgungen auszulösen und zu zersetzen. Den langen Arm der Stasi in der Erfurter Kunst- und Kulturszene beschreibt Gabriele Stötzer am 16. November im Collegium Maius. Die Künstlerin war seinerzeit ebenfalls im Visier der Stasi und politisch inhaftiert.

Wann: Montag, 16.11.2015, 18:00 Uhr
Wo: Collegium Maius, Michaelisstraße 39, 99084 Erfurt

Der Eintritt ist frei. Wir freuen uns über Ihr Kommen. 

Nach der Auflösung der gefürchteten und verhassten Geheimpolizei der DDR vor 25 Jahren, treten ehemalige Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) vor die Kamera, um erstmals in einer TV-Dokumentation Reue zu bekunden und ihren Respekt vor den Opfern auszudrücken. Die zentrale Frage der Dokumentation lautet, wie die Stasi-Leute mit ihrer Schuld umgehen, sehen sie sich als aktive Täter oder nur als ausführende Befehlsempfänger? Daneben wird auch von ihrem Leben nach der DDR erzählt, von einem schwierigen Neuanfang und der oft langwierigen Integration in die bundesdeutsche Gesellschaft.

Die ARD-Dokumentation "Was wurde aus der Stasi?" ist hier in der ARD-Mediathek abrufbar. 

Das 14. Internationale Symposium der Stiftung Ettersberg, das gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen veranstaltet wird, findet heute und morgen in Weimar statt. 70 Jahre nach Beginn des ersten Nürnberger Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher wollen wir zum 14. Internationalen Symposium der Stiftung Ettersberg »Recht und Gerechtigkeit – Die strafrechtliche Aufarbeitung von Diktaturen in Europa« fragen: Welche Bedeutung hat Recht bei der Aufarbeitung von Diktaturen? Was können juristische Verfahren überhaupt leisten? Welche Instrumentarien stehen dem Rechtsstaat für eine strafrechtliche Aufarbeitung seiner diktatorischen Vergangenheit zur Verfügung? Und welche gesellschaftlichen Erwartungen werden dabei an die Rechtsprechung gerichtet? Das Symposium beleuchtet zum einen die strafrechtliche Verfolgung von NS-Verbrechen in beiden deutschen Staaten sowie die Aufarbeitung von DDR-Unrecht nach der Wiedervereinigung. Zum anderen nehmen wir die juristische Verfolgung von Diktaturverbrechen in Ostmittel-, Süd- und Südosteuropa in den Blick und diskutieren über die Praxis strafrechtlicher Aufarbeitungsbemühungen. Damit wollen wir die Diskussion über die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen strafrechtlicher Diktaturaufarbeitung in Europa befördern.

Heute Abend zeigt der WDR eine Reportage zum Thema Doping im DDR-Sport. Auch vor minderjährigen Sportlerinnen und Sportlern machte es keinen Halt. Die Athleten bekamen nicht nur die üblichen Dopingpräparate. Sie mussten auch ohne ihr Wissen für Versuche mit Medikamenten herhalten, die nicht für den menschlichen Gebrauch freigegeben waren. Flankiert wurde das System von zum Teil brutalen weiteren sportmedizinischen Anwendungen. Das Ganze ohne Rücksicht auf gesundheitliche Folgen und Verluste. 

Den Film von Andrea Schültke und Thomas Purschke können Sie hier in der WDR-Mediathek abrufen

Bis heute läuft Debatte um den künftigen Umgang mit Doping-Opfern - zuletzt am Mittwoch im Sportausschuss des Deutschen Bundestages. Lesen Sie hier mehr zu dem dortigen Streitgespräch zwischen Ines Geipel, Vorsitzende des Vereins Doping-Opfer-Hilfe, und Stephan Abel, Vizepräsident beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). zwischen Ines Geipel, Vorsitzende des Vereins Doping-Opfer-Hilfe, und Stephan Abel, Vizepräsident beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). 

Christoph Kleemann ist verstorben. Er wurde in Meißen geboren und kam als Theologiestuden 1962 nach Rostock. Hier war er ab 1976 Studentenpfarrer und entwickelte eine Schule der Mündigkeit.

In der Revoution engagiert und dann erster Oberbürgermeister, der diesen Titel verdiente, hat er sich in die Geschichte Rostocks eingeschrieben und als Außenstellenleiter der Stasiunterlagenbehörde wichtige Aufbauarbeit für die Demokratisierung Rostocks aber auch Deutschlands geleistet. In diesem Jahr erschien sein Roman Hans im Glück oder Die Reise in den Westen. Er verbindet mit poetischer Leichtigkeit aktuelle Stimmungen und historische Reflexionen.

Das Wachregiment „Feliks E. Dzierzynski“ des MfS kann jetzt online gehört werden

Mit dem Findmittel zu den Tonaufnahmen des MfS-Wachregiments sind in der Online-Recherche auf der Plattform ARGUS erstmals auch Tonaufnahmen eingebunden worden. Das Wachregiment mit zuletzt ca. 11.000 Angehörigen war seit 1951 verantwortlich für den militärisch-operativen Wach- und Sicherungsdienst sowie den Personen- und Objektschutz von staatlichen Objekten und Einrichtungen. Das Findmittel umfasst den Zeitraum von 1965 bis 1988.
Die Mehrzahl der überlieferten Tondokumente ist als Digitalisat online direkt abrufbar. Einen Schwerpunkt dieser Ton-Überlieferung bilden die Tonbänder des Funkstudios Adlershof, das die Soldaten des Regimentes mit einem eigenen Programm informieren und unterhalten sollte. Außerdem sind Tonbänder zur Arbeitsorganisation sowie zur Öffentlichkeitsarbeit im Wachregiment überliefert. So ist ein Einblick in den Alltag des Dienstbetriebs mit Originalaufnahmen möglich. Für jede einzelne Tonaufnahme ist unter dem Punkt „Weitere Informationen“ eine Übersicht der inhaltlich markantesten Stellen zu finden.

Hier finden Sie den Link zu den Tonaufnahmen.

Für die politische Bildungsarbeit mit Flüchtlingen stellt die Bundesstifung Aufarbeitung der SED-Diktatur die Jahresausstellung "Auf dem Weg zur deutschen Einheit" auch auf Arabisch zur Verfügung.

„Die Ausstellung ermöglicht es kommunalen und ehrenamtlichen Betreuern, ein Bildungsangebot in der Muttersprache vieler Flüchtlinge anzubieten, damit diese sich mit einem Teil der deutschen Geschichte vertraut machen können“, sagte die Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung Anna Kaminsky. „Wir wissen, dass vielerorts zuerst für die Grundbedürfnisse der Flüchtlinge gesorgt werden muss. Dennoch kann die Ausstellung schon jetzt als ein erstes Informationsangebot dienen und zugleich der Langeweile in den Notunterkünften entgegenwirken“, sagte Anna Kaminsky.

Die gemeinsame Schau der Bundesstiftung Aufarbeitung und des Auswärtigen Amtes spannt einen historischen Bogen, der von der friedlichen Revolution des Jahres 1989 bis in die Gegenwart reicht. Die arabische Ausstellungsfassung umfasst 20 DIN A1 Plakate, die mit geringem organisatorischem Aufwand vor Ort in den Flüchtlingsunterkünften präsentiert werden können. Zudem kann die Ausstellung für lokale Kultureinrichtungen und Initiativen der Anstoß sein, Veranstaltungsangebote zu entwickeln, bei denen die örtliche Bevölkerung und Flüchtlinge zusammenkommen.

Ab sofort und nur bis zum 8. November kann die Ausstellung gegen eine Schutzgebühr von 30 Euro (inkl. Versandkosten im Inland) bestellt werden:

www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/wzde-arabisch

Mein ostdeutscher Zwilling – eine deutsch-deutsche Familienfeier

25 Jahre Wiedervereinigung – doch wie weit sind wir wirklich vereint? Das Doku-Theaterprojekt „Mein ostdeutscher Zwilling“ untersucht diese Frage mit der Zwillingsmethode: Menschen aus dem Osten und dem Westen der Republik nehmen miteinander Verbindung auf, weil sie ein gemeinsames Geburtsdatum haben. Ergebnis dieses Austausches ist ein vielstimmiges Bühnenstück über die geteilte deutsche Geschichte und den gemeinsamen Umgang damit.

OstdeutscherZwilling 1Beim dem Doku-Theaterprojekt von Hilde Schneider und Heinke Hartmann begegnen sich ost- und westdeutsche Zeitzeugen und tauschen ihre Erfahrungen und Erinnerungen aus der Zeit der deutschen Teilung und Wiedervereinigung aus. Menschen zwischen 35 und 70 aus Konstanz und Umgebung haben sich zum Jubiläumsjahr der Wiedervereinigung auf die Suche nach einem „Zwilling“ in den Neuen Bundesländern gemacht, sprich: einem Menschen, der am gleichen Tag geboren wurde
„Sechs Zwillingspaare haben sich gefunden und seit Herbst 2014 miteinander kommuniziert: bei moderierten Treffen und Proben in Konstanz, telefonisch, per E-Mail, Facebook, in Briefen und Interviews“, beschreibt Heinke Hartmann die Vorarbeiten. Aus dem Material hat Hilde Schneider ein Stück geschrieben. „Auch nach 25 Jahren Wiedervereinigung steht noch viel Trennendes und Unausgesprochenes zwischen den Menschen. Eigentlich besteht großer Redebedarf, aber das Redebedürfnis ist eher gering“, findet Schneider. „ Die Zwillingsmetapher steht für Gleichwertigkeit, sie soll zu einer Auseinandersetzung auf Augenhöhe anregen. Dafür ist die Bühne ein guter Ort“, sagt Schneider. Weitere Informationen zu dem Theaterprojekt finden Sie hier. 

 
Hintergrundgespräch mit den Regisseurinnen

Mit zehn Laiendarstellern erarbeiten Hilde Schneider und Heinke Hartmann ein Stück zum 25-jährigen Jubiläum der deutsch-deutschen Wiedervereinigung. Ein Gespräch über eine einfache Idee, ein kompliziertes Casting und überraschende Erkenntnisse.

Der Vizepräsident des Brandenburger Landtages, Dieter Dombrowski (CDU), wurde zum Bundesvorsitzender der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft gewählt.

Dieter Dombrowski, selbst in der DDR aus politischen Gründen inhaftiert, hat sich wegweisend für das Menschenrechtszentrum Cottbus eingesetzt. Er war Stellvertretender Vorsitzender der Enquetekommission zur Aufarbeitung und Bewältigung von Folgen der SED-Diktatur im Land Brandenburg und hat wesentliche Anteile an der im Sommer diesen Jahres zur Unterstützung von Brandenburger politischen Opfern der SED-Diktatur geschaffenen Härtefallfond. 

Die Stiftung Friedliche Revolution organisierte ein zweiteiliges Seminar für Jugendliche aus der Ukraine und und aus Deutschland zur Aufarbeitung von Diktaturgeschichte. Am 7. Oktober war die Gruppe auf Einladung des Landesbeauftreagten in Erfurt und bekam einen Einblick in die deutsche Rehabilitierungspolitik und verschiedene Formen der Aufarbeitung. Die Gruppe hatte sich am 6. Oktober ein Leipzig an einem öffentlichen Forum zur Arbeit des Sächischen Verfassungsschutzes im Umgang mit Feinden der Demokratie beteiligt. 

Ausschnitt

Teilnehmer des Zweiteiligen Seminars mit Gesine Oltmanns (Stiftung Friedliche Revolution), Dorothea Marx (MdL) und Christian Dietrich (ThLA) 

In Erfurter Landtag gab die Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses Dorothea Marx dan einen sehr informativen Einblick in die Arbeit und das Wirken des Thüringer NSU-Untersuchungsausschusses.

Zum Abschluss des Tages besuchte die Gruppe die Gedenkstätte Topf&Söhne.In einer interaktiven Spurensuche und ausführlichen Führung konnten die Möglichkeiten einer Aufklärung im Zusammenwirken von Wirtschaft und Diktatur erarbeitet werden.

Dr. Sachse Arnold Vaatz

Dr. Christian Sachse und Arnold Vaatz (MdB) am historischen Ort - ehemals Maxhütte Unterwellenborn, heute Sitz des Vereins "Gaszentrale Unterwellenborn e.V."

Am 18. September 2015 war die Jugendzwangsarbeit in der DDR Thema eines Forums in Ichtershausen. Bis 2013 gab es in Ichtershausen auf dem Gelände des ehemaligen Klosters eine Haftanstalt, die in der DDR als Jugendhaus bzw. Jugendstrafvollzugsanstalt genutzt wurde. Die Veranstaltung fand in Kooperation des Landesbeauftragten für Aufarbeitung mit der Kirchgemeinde Ichtershausen in der Klosterkirche statt. Wie jeden Freitag, fand 18:00 Uhr in der Kirche eine Andachten Gemeinschaft von statt.

Bei der Begrüßung erklärte Pfarrer Ehrlichmann, dass wer zu DDR-Zeiten die Apsis des Chorraums betrat, „mit beiden Beinen im Gefängnis“ stand. Die Nähe der Kirche bestätigten die ehemaligen Häftlinge, die zu diesem Abend nach Ichtershausen kamen. Der Landesbeauftrage, Christian Dietrich, verwies bei seiner Einführung auf den sowjetischen Verfassungsartikels „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“ (Verfassung 1936, Artikel 12: „Die Arbeit ist in der UdSSR Pflicht und Ehrensache jedes arbeitsfähigen Staatsbürgers nach dem Grundsatz: ‚Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.’“). Auch in der DDR beruhte die SED-Herrschaft auf Arbeit als Zwangsmittel. Auch Jugendliche waren davon betroffen. Davon zeugt die Errichtung von Jugendwerkhöfen an den Orten, wo es an Arbeitskräften mangelte.

Anhand von Statistiken und Gesetzestexten zeigte Dr. Christian Sachse, welchen Platz die DDR-Zwangsarbeit in der deutschen Geschichte und innerhalb der DDR-Volkswirtschaft einnahm. Dazu stellte er die Statistik der Inhaftierungen. In der DDR waren bezogen auf die Bevölkerung mindestens dreimal so viel Menschen inhaftiert, wie in der Bundesrepublik. Die Statistik zur Verteilung der Berufsunfälle - soweit sie überhaupt Teil der Statistik wurde – zeigte die signifikante Gesundheitsgefährdung durch Zwangsarbeit.

9783954624386 dKaum ein Protagonist der Umbruchszeit 1989/90 polarisiert bis heute so wie Wolfgang Schnur. Als Anwalt arbeitet Schnur (geb. 1944) in der DDR als Rechtsbeistand für Bürgerrechtler und Wehrdienstverweigerer. Nicht wenige sehen den Mitbegründer und Vorsitzenden des Demokratischen Aufbruchs als kommenden Wahlsieger bei den Volkskammerwahlen im März 1990 und damit als künftigen DDR-Ministerpräsidenten. Doch kurz vor der Wahl wird bekannt, dass Schnur seit den 1960er Jahren für die Stasi tätig war. Es beginnt ein rasanter Absturz, der mit dem Entzug der Anwalts- zulassung 1993 und diversen Verurteilungen endet.

Alexander Kobylinski, einst selbst Mandant von Schnur, folgt dessen Lebenslauf von der Jugend im Nachkriegsdeutschland, der Ausbildung zum Rechtsanwalt, seiner Anwerbung durch das MfS und der Tätigkeit als Spitzel bis zur Enttarnung 1990.
Kobylinski zeigt, wie Schnur mit viel Geduld, aber äußerst zielstrebig vom MfS aufgebaut wurde und schließlich zu einer wichtigen Person in der Bürgerbewegung wurde. Und er lässt die »Einbrüche« in Schnurs Karriere erst richtig verstehen.

Eine einführende Rezension des Buches von Sozialwissenschaftler Gerold Hildebrand lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Gerbergasse 18 und als Leseprobe über diesen Link.

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Stephan Schack und Alexander Kobylinski bei der Lesung

Wann: 19. Oktober 2015, 18.00 – 20.00 Uhr
Wo: Stadtratssaal,Stadtverwaltung Eisenach, Markt 22, 99817 Eisenach (Ein- und Ausgang über Badergasse)

Das Programm:

Grußwort: Dieter Suck (1. Ehrenamtlicher Beigeordneter)
Einleitung: Christian Dietrich (Landesbeauftragter)
Buchvorstellung: Alexander Kobylinski (Autor)
Moderation: Stephan Schack (Trainer und Berater für Demokratiepädagogik)

 

Bis heute hält sich die Verschwörungstheorie, dass das für AIDS verantwortliche HI-Virus ursprünglich in den USA als biologischer Kampfstoff entwickelt wurde – nicht ohne Grund: Mit einer hierzu groß angelegten Desinformationskampagne sollten die USA Ende der 80er Jahre international in Verruf gebracht werden. Anhand der Untersuchung von geheimpolizeilichen Quellen in Berlin und Sofia durch Dr. Douglas Selvage (Projektleiter beim BStU) wird deutlich: Großen Anteil an der Verbreitung dieses Gerüchts hatten der ehemalige sowjetische Geheimdienst KGB und die Stasi.

So sorgte der ostdeutsche Geheimdienst etwa für die Verbreitung der Thesen einer diesbezüglichen „wissenschaftlichen Studie“ ostdeutscher Forscher im westlichen Ausland – mit Erfolg. Es kam in der Bundesrepublik sogar zur Produktion und Ausstrahlung von TV-Dokumentationen, die diese Thesen aufgriffen. In der Folge entstand ein Zyklus von Falschinformationen, der sich bis weit über das Ende des Kalten Krieges hinaus hielt. Diese und weitere Forschungsergebnisse zur „AIDS-Verschwörung“ präsentiert Dr. Selvage am 14. Oktober im Erfurter Collegium Maius.

Von welcher Brisanz das Thema bis heute ist, zeigt ein erneuter Rechtsstreit um die Publikation zu der Thematik von Douglas Selvage und Christopher Nehring. Lesen Sie die Details dazu hier auf Welt online. 

Der Landesbeauftragte des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur veranstaltet gemeinsam mit dem Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen (BStU) die Vortragsreihe zum „Quellenwert der Stasi-Akten für die zeitgeschichtliche Forschung". Im Rahmen vielseitiger Vorträge wird anhand anschaulicher Beispiele die historische Bedeutung der Stasi-Akten herausgestellt.

Wir freuen uns über Ihr Kommen. Der Eintritt ist frei.

Wann: Mittwoch, 14.10.2015, 18:00 Uhr
Wo: Collegium Maius, Michaelisstraße 39 (gegenüber der Michaeliskirche), 99084 Erfurt

 

Das Foto zeigt HI-Viren, die sich vor dem Verlassen der Immunzelle an der Membran einer Makrophage sammeln.
(CC BY 2.5)

Während der Thüringer Landtag tagte und den 8. Mai als singulären Gedenktag in das Thüringer Feiertagsgesetz einfügte (mehr dazu hier), beschloss der Deutsche Bundestag am 2.Oktober weitere Schritte zur deutschen Einheit. Über längere Zeit haben eine Initiativgruppe, die Union der Opferverbände der Kommunistischen Gewaltherrschaft und Einzelpersonen ein Denkmalprojekt entwickelt und sind vor einem Jahr an den Bundestag herangetreten (mehr dazu auf der Seite der Initiative). In der Bundestagsentschließung zu „25 Jahre Deutsche Einheit“ heißt es nun: „In Deutschland gibt es jedoch trotz umfangreicher konzeptioneller Vorarbeit seitens der Opferverbände bislang noch kein zentrales Denkmal zur Mahnung und Erinnerung an die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft. Zusammen mit dem deutschlandweit begangenen Gedenktag am 17. Juni, wäre dies ein wichtiger Teil einer Erinnerungskultur an die SED-Diktatur, der sich zugleich in die Gedenkstättenkonzeption des Bundes einordnen muss.“ Trotz aller Hürden, die eine Denkmalinitiative nehmen muss, will der Deutsche Bundestag bis 2017 solch eine „Initiative für ein Denkmal zur Mahnung und Erinnerung an die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft an einem zentralen Ort in Berlin auf den Weg bringen“.

Weg der Hoffnung

Bis dahin wird Thüringen Heimat des größten Denkmals für die SED-Opfer sein: Der „Weg der Hoffnung“ überlebensgroßen Figuren entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze auf mehr als 1 km Länge (Siehe Bild rechts - Teil der Gednekstätte Point Alpha).

Cover GG18 H76Vor einem Vierteljahrhundert, am 3. Oktober 1990, trat die DDR dem Geltungsbereich des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland bei – damit vollzog sich die deutsche Wiedervereinigung. Die neue Ausgabe der Zeitschrift „Gerbergasse 18“ will sich anlässlich dieses Jubiläums weniger mit den konkreten Ereignissen vor 25 Jahren beschäftigen, sondern ihren Blick vielmehr auf unterschiedliche Bilder von Deutschland richten. Im Rahmen des Titelthemas geht es um Vielfalt in der Einheit, das sogenannte Zonenrandgebiet, real anzuschauenden Sozialismus und schließlich um die Rezeption des Juristen Hans Litten im geteilten Deutschland. Weitere Beiträge im Heft beschäftigen sich unter anderem mit der Städtepartnerschaft zwischen Jena und Erlangen, der Rolle des US-Musikers Dean Reed für die SED-Kulturpolitik sowie mit Stasi-Verstrickungen ehemaliger DDR-Schiedsrichter. Die neue „Gerbergasse 18“ ist ab sofort im Jenaer Buchhandel und bei der Geschichtswerkstatt Jena erhältlich. Weitere Informationen finden Sie hier. 

Um Bilder von Deutschland geht es auch in der neuen Zeitzeugendokumentation der Geschichtswerkstatt Jena. Unter dem Titel „Friedliche Revolution und Deutsche Einheit in Jena 1989/90. Skizzen einer Bilanz“ ziehen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen nach 25 Jahren Wiedervereinigung ihre persönliche Bilanz über das Leben im vereinten Deutschland. Die öffentliche Präsentation der Zeitzeugendokumentation findet am Donnerstag, 15. Oktober 2015, um 18:00 Uhr im Kino „Schillerhof“ (Helmboldstraße 1 in Jena-Ost) statt. Der Eintritt ist frei, aufgrund des begrenzten Platzkontingentes ist jedoch eine vorherige telefonische Reservierung beim Kino unter 03641-523653 erforderlich.

Einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der DDR-Bürgerrechtsbewegung, Christoph Wonneberger, erhielt am 30. September 2015 den mit 10.000 € dotierten Ludwig-Beck-Preis für Zivilcourage der Stadt Wiesbaden. Der evangelische Pfarrer im Ruhestand war seinerzeit Initiator der Friedensgebete in der DDR. Maßgeblich hatte Wonneberger den Menschen in der Leipziger Nikolaikirche mit seinen Predigten Hoffnung gegeben und einen gewaltfreien Protest gefordert. Ungeachtet der Bedrohung durch die Stasi haben er und seine Mitarbeiter dabei rund 30.000 Flugblätter gedruckt und verbreitet. 
Der Landesbeauftragte hat zu der festlichen Verleihung des Preises für Zivilcourage eine Laudatio gehalten, die das Wirken und die Rolle Wonnebergers im Zuge der Friedlichen Revolution nachzeichnen. Den Text der Festrede und einen ausführlichen Bericht zu der Preisverleihung finden Sie hier.  

 

Am 3. Oktober 2015 jährt sich die deutsche Wiedervereinigung zum 25. Mal – Anlass für ein großes Bürgerfest, das vom 2. bis zum 4. Oktober in Frankfurt am Main stattfindet. Dort ist der Landesbauftragte mit einem Informationstisch auf dem Liebfrauenberg im Frankfurter Stadtzentrum zu finden. 

Dort präsentiert sich auch die Informationstour „25 Jahre Freiheit und Einheit“. Die „Deutschlandreise“ ist seit März bundesweit unterwegs. Ausschnitte aus Originalfilmen erinnern an wichtige Ereignisse der vergangenen 70 Jahre und zeigen Beispiele für die Entwicklung der neuen Bundesländer in den 25 Jahren seit der Wiedervereinigung.

Besucherinnen und Besucher können sich auf dem Liebfrauenbergplatz über die Zeitgeschichte und politische Themen informieren. Dort präsentieren sich wichtige Einrichtungen der historisch-politischen Bildung, verschiedene Gedenkstätten und Erinnerungsprojekte unter dem Motto „Geschichte erinnern, Grenzen überwinden“. Ein Besuch zeigt die Facetten der lebendigen Erinnerungskultur in Deutschland und regt an, sich intensiv mit unserer eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen und für Freiheit und Demokratie aktiv einzutreten.

Wir freuen uns über Ihren Besuch!  Weitere Informationen zum Bürgerfest finden Sie hier. 

Mit Robert Sommer erhält die Beratungsinitiative SED-Unrecht einen neuen tatkräftigen Mitarbeiter. Ab sofort wird der Saalfelder das Team der Initiative bei der Beratung von Opfern politischer Verfolgung der ehemaligen SED-Diktatur unterstützen. Zuvor hatte der 36-Jährige sieben Jahre in Sachsen bei der Familienhilfe gearbeitet. 

Logo SED BI Web 2013Aufgabe der Beratungsinitiative SED-Unrecht ist es, allen Bürgerinnen und Bürgern des Freistaats Thüringen die Möglichkeit zu geben, sich wohnortnah zu den Rehabilitierungsmöglichkeiten und die daran geknüpften Unterstützungs- und Ausgleichsleistungen zu informieren.Damit unterstützt die Initiative den Landesbeauftragten des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in seinem gesetzlichen Auftrag. Robert Sommer wird jeden ersten und dritten Montag im Monat zwischen 9.00 und 16.00 Uhr in der Beratungsstelle in Saalfeld zur Verfügung stehen. Nähere Informationen finden Sie hier. 

Arte zeigt am 22. September um 20:15 eine Dokumentation zum Thema Wiedervereinigung und deren unmittelbare wirtschaftliche Folgen. In dem Film "Wem gehört der Osten?" geht es um ausländische Investoren, die Treuhand und Profiteure wie Verlierer der umfassenden Privatisierung des DDR-Volkseigentums. Weitere Informationen zu der Dokumentation finden Sie hier. 

 

Soziale Ausgleichsleistungen nach dem Beruflichen Rehabilitierungsgesetz (BerRehaG) erhalten jene Opfer der SED-Diktatur, die eine Rehabilitierung nach § 1 BerRehaG haben und deren berufliche Verfolgungszeit bis zum 2. Oktober 1990 festgestellt ist oder deren festgestellte berufliche Verfolgungszeit mehr als drei Jahre beträgt und die in ihrer wirtschaftlichen Lage besonders beeinträchtigt sind.

Ein Berechtigter erhält derzeit die soziale Ausgleichsleistung auf Antrag vom zuständigen Sozialamt. Der Landesbeauftragte empfiehlt im Zuge der geplanten Verwaltungsreform, die Auszahlung dieser Ausgleichsleistung in die Zuständigkeit der Thüringer Rehabilitierungsbehörde, sprich dem Thüringer Landesverwaltungsamt, zu geben, in deren Zuständigkeit bereits die Auszahlung der besonderen Zuwendung für Haftopfer liegt. Opfer müssten sich dann nicht mehr als Sozialhilfeempfänger verstehen. Das Land erstattet über die Rehabilitierungsbehörde den Landkreisen und kreisfreien Städten die ausgereichten Leistungen, die zu 60 % vom Bund und zu 40 % vom Land getragen werden.

Im § 24 Abs. 2 BerRehaG sind für die Gewährung der Ausgleichsleistungen nach § 8 BerRehaG „die örtlichen Träger der Sozialhilfe (§ 3 Abs. 2 …SGB XII)“ bestimmt. Inwieweit und in welcher Form dem Land durch § 3 Abs. 2 SGB XII Handlungsspielräume in der Aufgabenzuteilung gegeben sind, wird zuvor zu prüfen sein. Wörtlich heißt es in der Gesetzespassage: „Örtliche Träger der Sozialhilfe sind die kreisfreien Städte und die Kreise, soweit nicht nach Landesrecht etwas anderes bestimmt wird. Bei der Bestimmung durch Landesrecht ist zu gewährleisten, dass die zukünftigen örtlichen Träger mit der Übertragung dieser Aufgaben einverstanden sind, nach ihrer Leistungsfähigkeit zur Erfüllung der Aufgaben nach diesem Buch geeignet sind und dass die Erfüllung dieser Aufgaben in dem gesamten Kreisgebiet sichergestellt ist.“ 

In Würdigung der Leistungsberechtigten und im Interesse einer Verwaltungsvereinfachung sollte die Auszahlung zukünftig durch das Thüringer Landesverwaltungsamt erfolgen.

Akten sw rot1Der Landesbeauftragte des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur veranstaltet gemeinsam mit dem Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen (BStU) eine Vortragsreihe zum „Quellenwert der Stasi-Akten für die zeitgeschichtliche Forschung". Im Rahmen vielseitiger Vorträge wird anhand anschaulicher Beispiele die historische Bedeutung der Stasi-Akten herausgestellt.
Am kommenden Mittwoch hält Dr. Torsten Müller einen Vortrag zum Thema: „Stasi im Dorf. Die geheimpolizeiliche Überwachung einer Eichsfeld-Gemeinde im Sperrgebiet“

Das Eichsfeld beherbergte die größte katholische Glaubensgemeinschaft innerhalb der DDR. Katholiken, Priester, Ordenshäuser und andere kirchliche Einrichtungen waren hier überdurchschnittlich stark vertreten. Die mehrheitlich katholische Prägung der Region und die unmittelbare Nähe zum Grenzgebiet der DDR rückten das Eichsfeld in das Visier des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS).
In Mackenrode, einem Ort mit heute 350 Einwohnern, baute die Stasi ein eigenes Netz an inoffiziellen Mitarbeitern (IM) auf. Der Historiker Dr. Torsten Müller zeigt am Beispiel dieses katholischen Dorfes, wie das MfS das Spitzel-System im Eichsfeld auf- und ausbaute. Dabei erläutert er die Herkunft und Anwerbung der inoffiziellen Mitarbeiter und beleuchtet, welche Auswirkungen die Dauerüberwachung auf die Gemeindebevölkerung hatte.

Wann: Mittwoch, 16.09.2015, 18:00 Uhr
Wo: Collegium Maius, Michaelisstraße 39 (gegenüber der Michaeliskirche), 99084 Erfurt

Der Eintritt ist frei. Wir freuen uns über Ihr Kommen!

Wo liegen die Unterschiede zwischen Arbeitspflicht im Freiheitsentzug im heutigen Rechtsstaat und im Strafvollzug der ehemaligen DDR?bv halle abt VII sach 830 s 52 A Quellenangabe Web
Um diese Frage zu beantworten, ist es nötig, die Lebens- und Arbeitsbedingungen der damaligen und heutigen Häftlinge zu beleuchten. Eine neue Studie der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Iris Gleicke, belegt nun an neuen Dokumenten, dass Häftlingen in der DDR genau diejenigen Arbeitsbedingungen zugemutet wurden, die die zivilen Arbeiter nicht in Kauf zu nehmen bereit waren. Anders als heute waren körperlich schwere Arbeit, Sonderschichten und ein hohes Unfallrisiko die Regel. Seit Anfang der 1970er Jahre war die Zwangsarbeit von Häftlingen dabei Teil der DDR-Planwirtschaft. 

Der Politikwissenschaftler Dr. Christian Sachse wird an zwei authentischen Orten in Ichtershausen und Unterwellenborn die Grundzüge der Zwangsarbeit im DDR-Strafvollzug beleuchten. Dabei werden die Zeitzeugen Klaus Gold, Ralf Weber und Arnold Vaatz von Ihren persönlichen Erfahrungen als ehemalige Häftlinge berichten.

Programm 18. September:
„Zwangsarbeit in den Jugendhaftanstalten (Jugendhäusern) der DDR“

Begrüßung: Christian Dietrich
Vortrag: Dr. Christian Sachse – „Arbeits- und Lebensbedingungen in den Jugendhäusern der DDR“
Gespräch mit dem Zeitzeugen Ralf Weber

Wo: Ichtershausen – Klosterkirche; Klosterstr. 1, 99334 Ichtershausen
Wann: 18.09.15, 18:30 – 20:00 Uhr


Programm 19. September:
„Zwangsarbeit im Haftarbeitslager Unterwellenborn“

Begrüßung: Christian Dietrich
Vortrag: Dr. Christian Sachse – „Das System der Zwangsarbeit im Strafvollzug der DDR“
Gespräch mit dem Zeitzeugen Arnold Vaatz, MdB

Wo: Unterwellenborn – Gasmaschinenzentrale; Bergweg 1, 07333 Unterwellenborn
Wann: 19.09.15, 15:00 – 16:30 Uhr

Der Eintritt ist frei.
Wir freuen uns über Ihr Kommen!

 

Häftlinge produzierten auch häufig Waren für Unternehmen aus Westdeutschland - ob nun Ikea, Quelle oder Aldi, die Liste der Abnehmer war lang. Erstmalig geht eines dieser Unternehmen einen Schritt in Richtung Wiedergutmachung - so schlägt Galeria Kaufhof nunmehr vor, einen freiwilligen Fonds einzurichten, der zur Aufarbeitung der DDR-Zwangsarbeit genutzt werden soll. Lesen Sie mehr dazu auf Spiegel Online und Bayerischer Rundfunk Online.  

 

Beim Landesbeauftragten des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle eines Sachbearbeiters / einer Sachbearbeiterin unbefristet zu besetzen. Der Dienstort ist die Außenstelle des Landesbeauftragten in Suhl. Das Aufgabengebiet umfasst primär die Durchführung von Recherchen, insbesondere im Archiv des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU) als auch in anderen relevanten Archiven, sowie die wissenschaftliche Aufarbeitung der Ergebnisse dieser Recherchen. Gleichrangig gehört zum Aufgabenbereich die (Erwachsenen-)Bildung durch eigene Vorträge und Publikationen. 
Hier finden Sie weitere Details zum Aufgaben- und Anforderungsprofil sowie zu den Bewerbungsmodalitäten. 

„Die Berliner Mauer hat die Menschen in Deutschland 28 Jahre lang getrennt und die politische Spaltung in Europa zementiert. Beton, Stacheldraht und Selbstschussanlagen standen fast drei Jahrzehnte im Mittelpunkt des Kalten Krieges. Er trennte die Welt politisch in Ost und West. Die Mauer sperrte die Menschen in der DDR ein und machte sie zu Sklaven einer kommunistischen Diktatur. Daran müssen wir uns stets erinnern.“ Das erklärte der Landtagspräsident Christian Carius in Erfurt anlässlich des Jahrestages des Berliner Mauerbaus, der sich heute zum 54-mal jährt.
Bis heute ist die tatsächliche Zahl der Mauer- bzw. Grenztoten nicht exakt geklärt. Fest steht, mindestens 138 Menschen kamen allein an der Berliner Mauer ums Leben - die Zahl der Grenztoten an der innerdeutschen Grenze insgesamt liegt deutlich höher. Historiker arbeiten in diesem Zusammenhang an einem Totenbuch, das 2017 vorgelegt werden soll.  
Eine ausführliche Chronik zum Bau der Berliner Mauer, umfangreiches Bild- und Filmmaterial sowie zahlreiche Biografien von Opfern des SED-Grenzregimes finden Sie hier. 

MediaguideAb sofort bietet der Mediaguide der Gedenkstätte Andreasstraße in Erfurt seinen Besuchern den Schritt aus der Gedenkstätte hinaus an »Orte der Friedlichen Revolution in Erfurt«. Der Untertitel dieses neuartigen Stadtrundgangs lautet: »Vom ersten Friedensgebet bis zur ersten Stasi-Besetzung«. Der mediale Rundgang führt zu allen wichtigen Orten der Friedlichen Revolution in Erfurt. Dabei erzählen verschiedene damalige Akteure an zehn Stationen selbst, wie sie 1989 gegen die SED-Diktatur in den Kirchen, der Offenen Arbeit oder auch auf dem Domplatz demonstrierten. Ein spannender und einmaliger Rundgang durch die Geschichte Erfurt. Weitere Informationen zur Gedenkstätte und dem neuen Stadtrundgang finden Sie hier. 

Der historische Reiseführer "Thüringen 1949 - 1990" von Martin Morgner folgt den Spuren, die 40 Jahre "real existierender Sozialismus" in den drei ehemaligen DDR-Bezirken Erfurt, Gera und Suhl hinterlassen haben. Dabei fördert Morgner Erstaunliches zu Tage: zeittypische Bauten und spannende Biographien genauso wie bedeutende Ereignisse eines untergegangenen Gesellschaftssystems. 
Mit dieser Publikation kann man in Wort und Bild entdecken, was von vier Jahrzenhneten Sozialismus in der DDR in Thüringen geblieben ist - aber auch, an welchen Orten heute an verschiedene Aspekte der Geschichte erinnert wird. 
Weitere Informationen zu dem Buch finden Sie auf mitteldeutscher verlag online

Als Grenzgebiet der DDR kam der Stadt und dem Kreis Nordhausen eine enorme wirtschaftliche und strategische Bedeutung zu. Diese spiegelte sich auch in der personellen Ausstattung und Tätigkeit der MfS-Kreisdienststelle
Nordhausen wider. 50 hauptamtliche Stasi-Mitarbeiter waren vor allem zur Überwachung wichtiger Industriebetriebe und zur Sicherung des 36 Kilometer langen Grenzabschnittes im Südharz eingesetzt. Im Kreis Nordhausen gab es rund 300 Inoffizielle Mitarbeiter (IM), sie trafen sich mit ihren Führungsoffizieren in rund 30 konspirativen Wohnungen, unter anderem um Spitzelberichte zu Protokoll zu geben oder neue Anweisungen einzuholen.
Die BStU-Forscherin Dr. Hanna Labrenz-Weiß zeigt in ihrem Vortrag, wie die SEDHerrschaft in Nordhausen funktionierte, welche Rolle der Staatssicherheit dabei auf lokaler Ebene zukam und welche Mechanismen der Disziplinierung konkret angewendet wurden. Rund 1.500 MfS-Akten zum Kreis Nordhausen wertete die Forscherin dazu aus.
Dr. Labrenz-Weiß war in den 1980er Jahren als Kurierin für die erste freie Gewerkschaft Solidarnosc zwischen Polen und West-Berlin tätig. Sie wurde noch von Joachim Gauck persönlich in die Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen eingestellt.

Wann: Mittwoch, 22.07.2015, 18:00 Uhr
Wo: Collegium Maius, Michaelisstraße 39 (gegenüber der Michaeliskirche), 99084 Erfurt

 

Weiterführende Literatur, worin die MfS-Kreisdienststellen in Thüringen behandelt werden: 

Herz, Andrea: Stasi-Kreisdienststellen in Thüringen. Ein kurzer Überblick; 1998
Müller-Enbergs, Helmut: Die Kreisdienststelle Greiz und ihr inoffizielles Netz; 2010
Müller-Enbergs, Helmut: Die Kreisdienststelle Eisenach und ihr inoffizielles Netz; 2010 

 

Die Ausgabe 02/2015 der "Gerbergasse 18" ist ab sofort erhältlich. In der neuen Ausgabe finden sich zahlreiche Artikel rund um die Thematik „Flucht und Ankunft“, so beispielweise über die Kontrollfunktionen staatlicher Grenzen, die DDR-Zwangsaussiedlungen, aber auch die Jenaer Gerichtsmedizin im Dienste der Staatssicherheit bei der Verschleierung von Todesfällen an der innerdeutschen Grenze.
Weitere Themen im Heft sind unter anderem der Zeiss-Prozess 1953, der gescheiterte Antifaschismus der SED und das komplizierte Dasein als „Depeche Mode“-Fan in der DDR. Die aktuelle politische Lage in Thüringen gerät in den Blick, wenn in einem weiteren Beitrag die historische Entwicklung des „linken Experimentierfeldes Thüringen“ beschrieben wird. Anlässlich der Gründung der Geschichtswerkstatt Jena vor 20 Jahren findet sich darüber hinaus ein Artikel über den Werdegang und künftige Herausforderungen des Vereins im Heft.
Das Inhaltsverzeichnis ist hier abrufbar, zudem können Sie das Heft über das Kontaktformular bestellen. Im Jenaer Buchhandel ist die neue Ausgabe ab sofort erhältlich.

Eine neue Untersuchtung zeigt: Unterhalb der Ebene der Inoffiziellen Mitarbeiter vergrößerte die Stasi mit den Auskunftspersonen ihren Apparat und sammelte Informationen und Auskünfte. Das Kapitel über die sogenannten Auskunftspersonen der Staatssicherheit in der DDR ist weitgehend unbekannt – und wurde jetzt erneut durch den Berliner Politologen Helmut Müller-Enbergs am Beispiel des thüringischen Saalfeld untersucht. Lesen Sie dazu weiter auf Ostthüringer Zeitung Online. 

Die volständigen Ergebnisse der Studie finden Sie hier auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung. 

Anno Hecker, Ressortleiter der Sportredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, äußert in dem heute in der FAZ erschienenen Artikel "Wo bleibt die Wende" klare Forderungen an den Landessportbund Thüringen und fragt: "Wo bleibt der Wechsel, wo bleibt, nach 25 Jahren Floskeln, die Wende in der Spitzensportorganisation?". Hintergrund des Artikels ist die am vergangenen Mittwoch durchgeführte Podiumsdiskussion zum Thema "Aufarbeitung des DDR-Sports in Thüringen 25 Jahre nach dem Ende der SED-Herrschaft", zu der der Landesbeauftragte auch explizit die Spitzen des Landessportbundes Thüringen eingeladen hatte - doch sowohl LSB-Präsident Gösel, als auch Hauptgeschäftsführer Beilschmidt sind aus unterschiedlichen Gründen der Veranstaltung fern geblieben. Lesen Sie mehr zu den Hintergründen auf FAZ online. 

Sie gestaltete den Wandel der Kirchengemeinde in der Neustadt – öffnete die Kirche für andere religiöse Gruppen und rief Projekte ins Leben, mit denen finanziell schwache Menschen in das Gemeindeleben inkludiert wurde. Nun wurde die engagierte Pfarrerin von Propst Dr. Klaus-Volker Schütz in einem feierlichen Gottesdienst in den Ruhestand verabschiedet.

Die erste Pfarrstelle hatte sie in Ost-Thüringen in Nöbdeniz inne: „Zu meiner Gemeinde gehörten damals sechs Dörfer mit drei Kirchen. Ich besaß weder ein Auto und zu Beginn noch nicht einmal ein Fahrrad. Da musste ich alles zu Fuß ablaufen – heutzutage unvorstellbar“, erinnert sie sich. Doch nicht nur diese Bedingungen machten ihr das Leben schwer. Da die Pfarrerin der oppositionellen Bewegung angehörte, wurden die Repressionen gegen sie stärker. Immer wieder machte ihr die Stasi das Leben schwer und mindestens einmal pro Woche wurde sie zum Verhör gebeten. Um diesem Druck zu entfliehen, stimmte Ellmenreich schließlich 1980 einer Umsiedlung in den Westen zu. So trat sie ihre erste West-Stelle im Frankfurter Frauengefängnis an. Danach war Ellmenreich 13 Jahre lang als Gemeindepfarrerin in Frankfurt-Nied tätig.

Nach der Wende ging sie wieder zurück nach Thüringen, um dort den Todesfall von Matthias Domaschk, dem bekannten Vertreter der DDR-Bürgerrechtsbewegung, der in Stasi U-Haft ums Leben kam, aufzuklären. Domaschk war lange Zeit ihr Lebensgefährte und Vater ihrer Tochter. Sechs Jahre lang arbeitete sie in der Stasi-Unterlagenbehörde und bereitete die Akten für Forschungsarbeiten und Anfragen auf.

 

Lesen Sie mehr zum verdienstvollen Leben von Renate Ellmenreich auf metropolnews.info.

Erfahren Sie mehr auf allgemeine-zeitung.de zur Tätigkeit von Renate Ellemenreich als Zeitzeuge und ihre Bildungsarbeit mit Schülern.

Im Zuge der heutigen Podiumsdiskussion zum Thema "Aufarbeitung des DDR-Sports in Thüringen 25 Jahre nach dem Ende der SED-Herrschaft", zu der der Landesbaeauftragte eingeladen hatte, fand der Vize-Präsident des Landessportbundes Thüringen, Dirk Eisenberg, klare Worte. Welche Rolle die Führung des LSB bezüglich des Themas Aufarbeitung und Doping im DDR-Sport spielt - oder eben nicht spielt - erläuterte Eisenberg im Rahmen der Diskussionsrunde. 

Lesen Sie auf mdr online mehr zur Position von Eisenberg, auch in Bezug auf die Personalia Peter Gösel (Präsident des LSB) und Rolf Beilschmidt (Hauptgeschäftsführer des LSB).

Ausführlich berichtet auch die Thüringer Landeszeitung zur Podiumsdiskussion und Dirk Eisenberg.

Lesen Sie hier einen umfassenden Artikel von Thomas Purschke zur Causa Rolf Beilsschmidt, erschienen in der Gerbergasse 18, Ausgabe 1 / 2015. 

Bereits im November vergangenen Jahres trafen sich der LSB, Autoren der Studie und Dopingopfer in der Sendung Fakt ist..! und bezogen klare Positionen. Sehen Sie den Beitrag hier in der mdr-Mediathek. 

 

Die geplante Präsentation der Thüringer Sportstudie „Zwischen Erfolgs- und Diktaturgeschichte. Perspektiven der Aufarbeitung des DDR-Sports in Thüringen“ durch die Herausgeber (Dr. Jutta Braun, Michael Barsuhn) und Auftraggeber (Bundesstiftung Aufarbeitung, Thüringer Sportministerium, Landessportbund und der Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur) zum 1. Juli in der vereinbarten Form findet nicht statt. Die Studie ist inzwischen im Buchhandel.
Stattdessen findet ein Podium zum Thema „Aufarbeitung des DDR-Sports in Thüringen 25 Jahre nach dem Ende der SED-Herrschaft“ statt. Der Landesbeauftragte hat nach wie vor ein Interesse daran, alle an der Studie Beteiligten an einen Tisch bringen.
Thüringen ist statistisch gesehen das Sportland Nummer Eins unter den ostdeutschen Ländern. Und es sind immer wieder Thüringer Athletinnen und Athleten, von denen wichtige Impulse zur Aufarbeitung des DDR-Staatssports ausgingen und weiterhin ausgehen.
Den Autoren der Studie ist es zu danken, dass sie das kontroverse Feld mit Quellen und neuen Fragehorizonten erschlossen und trotz der institutionellen Veränderung ihres Forschungsverbundes am Thema blieben. Der Abschluss der Studie wurde durch das Auffinden weiterer Stasi-Akten zum jetzigen Hauptgeschäftsführer des LSB, Rolf Beilschmidt, verzögert. In der Vorbereitung der Präsentation der Studie waren sich die Beteiligten allerdings einig, darauf zu achten, dass die Rezeption der Studie nicht auf diesen Aspekt reduziert wird.
Bei der Transformierung des DDR-Staatssports in einen demokratischen Vereins- und Verbandssport waren nicht nur die personalpolitischen Auseinandersetzungen um Trainer und Sportfunktionäre wichtig, die sich der Beteiligung an Menschenrechtsverletzungen schuldig gemacht haben, sondern auch deren aktive Beteiligung an Körperverletzungen durch Doping. Dazu gehört auch die Frage: Welchen Platz haben die Opfer heute im Thüringer Sport?

Zu dieser und weiteren Fragen zum Thema „Aufarbeitung des DDR-Sports“ werden auf dem Podium sitzen:


Brigitte Berendonk - in Thüringen geborene ehemalige Leichtathletin, eine der engagiertesten Antidoping-Stimmen Deutschlands und Autorin des 1991 veröffentlichten Buches "Dopingdokumente: Von der Forschung zum Betrug"
Werner Franke - Zellbiologe, renommiertester Antidoping-Forscher Deutschlands und Vorkämpfer der Verfolgung von Doping als Körperverletzung, Träger der Antidoping-Preises des DOH 2014
Ines Geipel - Vorsitzende der Doping-Opfer-Hilfe, Schriftstellerin und Hochschulprofessorin
Henner Misersky - ehemaliger Jenaer Leichtathlet und erfolgreicher Skilanglauftrainer, unermüdlichster Aufklärer der DDR-Sportvergangenheit in Thüringen

Moderation: Anno Hecker (FAZ)

Die Teilnahme ist nur nach Anmeldung beim Landesbeauftragten bis zum 01.07.2015, 9:00 Uhr unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! möglich.

Wann: Mittwoch, 1. Juli 2015, 11:00 Uhr
Wo: Thüringer Landtag, Raum F 125, Jürgen-Fuchs-Straße 1, 99096 Erfurt

Politische Todesurteile an zwei Weimarer Bürgern jähren sich zum 60ten Mal 

Am 29. Juni 1955 wurden in Dresden zwei Weimarer mit dem Fallbeil enthauptet. Der 32-jährige Lehrer und stellvertretende Schulleiter der Pestalozzischule Gerhard Benkowitz und der 30-jährige Sachbearbeiter für Statistik beim Rat der Stadt Weimar Hans-Dietrich Kogel waren Opfer eines Schauprozesses geworden. Ihre Verhaftung und die ihrer Ehefrauen Erika Benkowitz und Christa Kogel lag noch nicht einmal drei Monate zurück.

Noch heute erinnern sich ältere Weimarer an die damals verbreiteten Meldungen, Gerhard Benkowitz hätte u. a. die das Ilmtal überspannende „Sechs-Bogen-Brücke“ sprengen und dabei Hunderte von Menschenleben aufs Spiel setzen wollen. Doch dies stimmte nicht, er hatte keine praktischen Vorbereitungen hierzu getroffen. Der SED diente diese Behauptung zur Dämonisierung von Gegnern ihrer Politik und als Rechtfertigung der gefällten Urteile.

Den Opfern und deren Familien wird am kommenden Sonntag, dem 28. Juni im Gottesdienst um 17:00 Uhr in der Weimarer Johanneskirche gedacht. 

 

Lesen Sie hier mehr zu den beiden Thüringer Schauprozessen. 

Hier finden Sie als Hintergrundlektüre zur Thematik einen Vortrag sowie einen Essay des Historikers Roger Engelmann:

Vortrag "Abschreckung und Propaganda - Todesurteile in DDR-Schauprozessen der Fünfzigerjahre“

Essay "Blutjustiz als politisches Lehrstück - Todesurteile in DDR-Schauprozessen der Fünfziger Jahre"Todesurteile in DDR-Schauprozessen der Fünfziger Jahre"

 

Vom 18. bis 27. Juni finden aus Anlass der Einrichtung des sowjetischen Speziallagers Buchenwald vor 70 Jahren, des 65. Jahrestages seiner Auflösung und des Beginns der Aufarbeitung der Lagergeschichte vor 25 Jahren diverse Veranstaltungen in der Gedenkstätte Buchenwald und in Weimar statt.

Das im August 1945 für Thüringen eingerichtete sowjetische Speziallager Buchenwald wurde Anfang 1950 aufgelöst. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich dort Internierte aus der gesamten sowjetischen Besatzungszone. Insgesamt führte das Lager mehr als 28.000 Gefangene. Über 7.100 von ihnen verstarben. Die Toten ließ die Lagerleitung damals in unmittelbarer Nähe des Lagers in Sammelgräbern verscharren. Die Gräberfelder blieben ungekennzeichnet und verwitterten.

Am vergangenen Samstag ist mit einer Gedenkfeier und einem Gottesdienst auf dem Trauerplatz jener Opfer gedacht worden. Dabei lagen ehemalige Internierte und Angehörige an dem Gedenkstein für die Opfer des Speziallagers Blumen nieder. Der Direktor der Stiftung KZ-Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Volkhard Knigge, sprach dabei vor rund 200 Gästen deutliche Worte zum Umgang und dem Gedenken an das sowjetische Speziallager: „Und diese Gebeine waren das deutlichste Zeichen neben den Zeitzeugenberichten dass es hier verscharrte Menschen geben musste. Und verscharrte Menschen, tabuisierte Geschichten neben einer Gedenkstätte die der Beschwörung des Friedens und der Freiheit gewidmet war – das war eine menschenverachtende Form der Delegitimation der Gedenkstätte  im Ganzen.“ 

Lesen Sie hier mehr zu der Gedenkfeier auf Thüringische Landeszeitung Online.
Hier sehen Sie einen kurzen Fernsehbeitrag zu der Gedenkfeier mit Ausschnitten aus der Rede von Volkhard Knigge auf mdr Online.   
Lesen Sie hier, welche weiteren öffentlichen Veranstaltungen aus diesem Anlass in der Gedenkstätte Buchenwald und in Weimar stattfinden. 

Lesen Sie auf Thüringer Allgemeine Online mehr zu generellen Debatte um das Gedenken an die sowjetischen Speziallager, gerade auch im Kontext der Zeit vor 1945.

Iris Gleicke, die Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Länder und Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, stellte diesen Montag die Ergebnisse des von ihr initiierten Forschungsvorhabens "Die historische Aufarbeitung der Zwangsarbeit politischer Häftlinge im Strafvollzug der DDR" vor. Die zentralen Studienergebnisse diskutierte sie mit Roland Jahn, dem Beauftragten der Bundesregierung für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, mit Dr. Christian Sachse, dem Beauftragten der Union der Opfer der Kommunistischen Gewaltherrschaft (UOKG) sowie dem Bearbeiter des Forschungsvorhabens, Herr Dr. Philipp Wölbern, vom Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam.

Der Thüringer Landtagspräsident und der Landesbeauftragte für die Aufarbeitung der SED-Diktatur unterstützen die Initiative, den 17. Juni zum Gedenktag für die Opfer der kommunistischen Diktatur und zur Erinnerung an den Widerstand gegen die SED-Diktatur zu begehen.

In der Präambel des Gesetzes zum "Tag der Deutschen Einheit" von 1953 hieß es:
"Am 17. Juni 1953 hat sich das deutsche Volk in der Sowjetzone und in Ost-Berlin gegen die kommunistische Gewaltherrschaft erhoben und unter schweren Opfern seinen Willen zur Freiheit bekundet. Der 17. Juni ist dadurch zum Symbol der deutschen Einheit in Freiheit geworden. Jedes Volk braucht ein nationales Symbol, braucht einen Tag, an dem es sich zu seinen Zielen bekennt."

Der Landesbeauftragte stellt Ihnen hier eine Auswahl an Links zu Verfügung, die weitere Informationen zum Volksaufstand vom 17. Juni liefern und zur Vorbereitung einer Würdigung der Opfer der kommunistischen Diktatur hilfreich sind:
Daneben unterstützt der Landesbeauftragte gerne bei der Vermittlung von Zeitzeugen oder bei der inhaltlichen Konzeption zur Begehung einer Gedenkfeier am 17. Juni. 

 

Berichterstattung zur Debatte 

Carius plädiert für den 17. Juni als Gedenktag für SED-Opfer - Focus Online 

Berliner Innensenator: 17. Juni soll bundesweiter Gedenktag werden - Focus Online

Erinnerung an Volksaufstand von 1953 in Thüringen - mdr Online 

Politiker fordern: 17. Juni soll Feiertag werden - Merkur Online 

Gedenken an DDR-Volksaufstand - 17. Juni wieder nationaler Gedenktag? - Ostthüringer Zeitung Online 

Forderungen nach bundesweitem Feiertag. Gedenken an DDR-Volksaufstand vor 62 Jahren - rbb Online 

Politik würdigt den DDR-Volksaufstand von 1953 - Thüringer Allgemeine Online 

 

Informationen 

Ausführliche Informationen und Quellen zum Aufstand des 17. Juni in der DDR:

www.17juni53.de (Bundeszentrale für politische Bildung)

www.jugendopposition.de (Bundeszentrale für politische Bildung / Robert-Havemann-Gesellschaft e.V.)

Liste der von sowjetischen Gerichten und DDR-Gerichten zum Tode Verurteilten und inzwischen rehabilitierten Thüringer (unvollständig)

Andrea Herz (Hg.): Quellen zur Geschichte Thüringens: Der 17. Juni 1953 in Thüringen (LzfpB Thüringen) LzfpB Thüringen) 

 Zeitzeugenberichte zum 17. Juni 1953 in Jena (Geschichtswerkstatt Jena e.V.)

Die Haftkameraden des Speziallagers Buchenwald und der Initiativgruppe Buchenwald 1945-1950 e.V. treffen sich am 20. Juni am Gräberfeld des Lagers Buchenwald II.
Am Tag zuvor findet ein Empfang des Ministerpräsidenten des Freistaats Thüringen und der Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora für ehemalige Häftlinge des Speziallagers Buchenwald im Dorotheenhof Weimar statt. Die Schließung des Lagers selbst jährte sich im April diesen Jahres zum 65. Mal.

Zum Hintergrund: Rund ein Dutzend Speziallager entstanden in der sowjetischen Besatzungszone. 120.000 Deutsche wurden nach sowjetischen Angaben dort inhaftiert. Ein Drittel von ihnen starb allein im Winter 1946/47 an den Folgen von Unterernährung. Die ersten Häftlinge kamen am 21. August 1945 in das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald. Dort waren es 7.100 Menschen, die durch Vernachlässigung, Krankheit und Unterernährung zu Grunde gingen. Sie wurden anonym verscharrt, die Angehörigen nicht benachrichtigt.

GH 21 06 2015Im Rahmen des Tags der offenen Tür wird am 13. Juni die Ausstellung „Die DDR – zwischen Repression und Widerspruch“ im Thüringer Landtag eröffnet. Die Ausstellung wurde vom Sächsischen Landesbeauftragten für die Stasiunterlagen erarbeitet und erzählt in sechs Kapiteln die Geschichte der DDR. Sie spannt den Bogen von den Anfängen bis hin zum Zusammenbruch. Das Wechselverhältnis von Repression und Widerstand steht dabei im Mittelpunkt.

Wann: Samstag, 13.06.2015, 13:00 Uhr
Wo: Thüringer Landtag, Funktionsgebäude 1. Etage, Jürgen-Fuchs-Straße 1, 99096 Erfurt

Rede zur Ausstellungseröffnung in der Gedenkstätte Bautzen von Prof. Dr. Manfred Wilke

Die meisten Teilnehmer des Gefangenenaufstandes im „Gelben Elend“ vor 65 Jahren sind nicht mehr unter uns. Ihre Erhebung war ein Akt der Notwehr: weil die ohnehin karge Verpflegung gekürzt wurde, sahen die unterernährten und durch Krankheiten geschwächten Gefangenen dem sicheren Hungertod entgegen. Mit dem Mut der Verzweiflung begehrten sie gegen ihre Bewacher auf, die diese größte Häftlingsrevolte in der Geschichte in der DDR gewaltsam beendeten.
Von dem dramatischen Aufstand wissen wir vor allem aus zwei Briefen, die Gefangene aus der Haftanstalt schmuggelten und nach Westen-Berlin brachten. Es waren Hilferufe, die sie an die gesamte zivilisierte Welt richteten, an alle freien Menschen: sie sollten helfen, damit die Bautzener Häftlinge nicht „langsam verrecken wie hilfloses Vieh!“
Die meisten politischen Häftlinge, die im März 1950 in den Ausstand traten, waren von sowjetischen Militärtribunalen aus unterschiedlichen Gründen zu hohen Haftstrafen verurteilt worden, oftmals zu 25 Jahren. Unter ihnen befanden sich zahlreiche Angehörige demokratischer Parteien, die sich der Allmacht der Kommunisten in der SBZ widersetzt hatten. Aber auch Angehörige von SS und Gestapo, die als Kriegsverbrecher abgeurteilt und in das 1945 eingerichtete sowjetische Speziallager Bautzen eingeliefert wurden.

"Der Quellenwert der Stasi-Akten für die zeitgeschichtliche Forschung" 

25 Jahre nach dem politischen und gesellschaftlichen Umbruch scheint sich die Diskussion um die Zukunft der Hinterlassenschaften des Staatssicherheitsdienstes – meist einfach als Stasi-Akten bezeichnet – wieder zu verstärken. Die Frage nach der Aktualität dieser Akten stellt sich nach Meinung von Josef Pilvousek in zwei Richtungen. Zum einen wird argumentiert, dass nach so langer Zeit einfach einmal ein Schlussstrich gezogen werden müsste. Zum anderen wird angemerkt, dass für die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Probleme kaum Antworten in den Akten eines Geheimdienstes zu finden seien, und zudem wären bei deren Interpretation ja auch unterschiedliche Urteile möglich. So fordert man beispielsweise das Ende der Bundesbehörde BStU und der Akteneinsicht, hebt die vermeintlich großen finanziellen Aufwendungen hervor, vergleicht die Stasi mit anderen Geheimdiensten und relativiert sie damit, um schließlich den gesellschaftlichen Frieden zu beschwören, der durch die Zerstörungskraft der brisanten Akten gefährdet sei. Diese Argumentationsketten, so Pilvousek, sind trotz ihrer Popularität problematisch, weil sie zu kurz greifen. Genau hier setzt die Vortragsreihe an – und stellt den Quellenwert dieser Akten für die zeitgeschichtliche Forschung anhand anschaulicher Beispiele heraus.

 

Wo: 

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Collegium maius, Michaelisstraße (gegenüber der Michaeliskirche), 99084 Erfurt

Termine:

Dienstag, 16.06.15, 18:00 Uhr: Dr. Reinhard Buthmann
„MfS an Thüringer Universitäten – am Beispiel der TH Ilmenau“

Mittwoch, 22.07.15, 18:00 Uhr: Dr. Hanna Labrenz-Weiß
„Die Herrschaft im Alltag am Beispiel der MfS-Kreisdienststelle Nordhausen“

Mittwoch, 16.09.15, 18:00 Uhr: Dr. Torsten Müller
„Stasi im Dorf. Die geheimpolizeiliche Überwachung einer Eichsfeld-Gemeinde im Sperrgebiet“

Mittwoch, 14.10.15, 18:00 Uhr: Dr. Douglas Selvage
„Die AIDS-Verschwörung“

Dienstag, 10.11.15, 18:00 Uhr: N. N.
N. N. 

Dienstag, 08.12.15, 18:00 Uhr: Dr. Matthias Wanitschke
„Quellen-Zeitzeugen-Projekte unter Nutzung von MfS-Akten“

 

Das vollständige Programm ist hier als Download verfügbar. 

Ein wichtiger Aspekt der friedlichen Revolution war die Öffentlichmachung und Aufarbeitung der kommunistischen Verbrechen. Einen maßgeblichen Anteil daran hatten etwa der Bund der Zwangsausgesiedelten und die Initiativgruppe Buchenwald 1945-1950, die sich früh im Zuge der friedlichen Revolution bildeten.

Am 26. Mai 1990 gründete sich schließlich der Thüringer Landesverband der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS). Von der Gründungsversammlung in Gotha berichtete die Tageszeitung u.a.: „Die schonungslose Aufklärung sozialistischer Verbrechen ist und bleibt die Herausforderung unserer Tage, so die Meinung des Verbands. Jeder, der heute versuche, sich dem entgegenzustellen, sei daher nicht nur moralisch zu verurteilen, sondern pervertiere das neugewonnene demokratische Gedankengut. Der VOS Thüringen protestiert daher energisch gegen Versuche, durch ein sogenanntes ‚Amnestiegesetz’ die Vergangenheit aus der Welt zu schaffen.“

Der VOS e.V. war 1950 in Berlin (West) von ehemaligen Häftlingen der sowjetischen Internierungslager gegründet worden und hat die Interessen der Opfer der SED-Diktatur in der Bundesrepublik vertreten. Vor 25 Jahren wurde dann auch in Thüringen ein Landesverband gegründet. Folgende Forderungen machte sich der Thüringer VOS auf seiner Gründungsversammlung zu eigen:

 

Mehr als 25 Jahre nach dem Mauerfall streiten ehemals politisch Verfolgte noch immer um einen angemessenen Umgang mit den Folgeschäden der SED-Diktatur.Verborgene WundenMit den SED-Unrechtsbereinigungsgesetzen wurde der erste Schritt zur Aufarbeitung vollzogen. Dennoch üben zahlreiche Opferverbände Kritik an zu geringen Rentenzahlungen, Defiziten in den Anerkennungsverfahren von haft- und verfolgungsbedingten Gesundheitsschäden und gesellschaftlichen Verharmlosungstendenzen und fordern Nachbesserungen.

Im vorliegenden Buch wird eine umfassende Einordnung der Spätfolgen politischer Traumatisierung in der ehemaligen DDR vorgenommen. Namhafte Expertinnen und Experten äußern sich zu Problemen in der aktuellen Begutachtungspraxis psychischer Traumafolgestörungen sowie zu Besonderheiten der Behandlung im Bereich psychoanalytischer Therapie, Verhaltenstherapie und alternativer Traumatherapiemethodik. Erstmals werden auch die Auswirkungen politischer Verfolgung auf die Familie und die Nachkommen der Opfer in den Fokus der Betrachtung gerückt.
Mit Beiträgen von Karl-Heinz Bomberg, Doris Denis, Ruth Ebbinghaus, Alexandra Evers, Jörg Frommer, Bettina Kielhorn, Stefanie Knorr, Erika Kunz, Frank-Dietrich Müller, Freihart Regner, Carsten Spitzer und Stefan Trobisch-Lütge

 

Die Herausgeber Stefan Trobisch-Lütge und Karl-Heinz Bomberg können Sie im Rahmen einer Buchlesung zu folgenden Terminen kennenlernen: 

13.03.15: Leipzig, Buchmesse
28.03.15: Berlin, UOKG- Treffen
28.04.15: Berlin, Gedenkbibliothek
08.05.15: Würzburg, Arbeitstagung
09.05.15: Aschaffenburg, Arztpraxis
28.05.15: Cottbus, Menschenrechtszentrum
02.06.15: Berlin-Mitte, DDR-Museum
13.06.15: Berlin, IPU, Lange Nacht der Wissenschaften
04.07.15: Nienborstel, Heuboden-Event
20.08.15: Perleberg, DDR-Museum
15.09.15: Berlin, IES
02.10.15: Berlin, Pfarrkirche
03.10.15: Berlin, DGPT-Kongress
16.10.15: Frosinone, Italien
18.11.15: Berlin, ev. Gemeinde Hellersdorf

Am vergangenen Freitagmorgen ist Josef Kistner im Alter von 78 Jahren verstorben, heute fand seine Beerdigung in Holungen statt. Der Landesbeauftragte bedauert den unerwarteten Tod und erinnert an Josef Kistner, der sich in seiner Tätigkeit als Umweltaktivist dem SED-Regime widersetzte und mit seiner Forschungstätigkeit maßgeblich zur Aufarbeitung der Umweltsünden der ehemaligen DDR beitrug.   

Diesbezüglich berichtete heute auch die TLZ: Jahrelang hatte Josef Kistner an einer Dokumentation des zähen Ringens um die Rettung von Holungen gearbeitet, die er schließlich im vorigen Jahr in Form des Buches „DDR-Umweltdrama – Kampf um ein Eichsfelddorf“ präsentieren konnte, das zahlreiche Dokumente darüber enthält, wie Holunger Bürger seit den 70er Jahren bis zur Wendezeit gegen die Verfüllung des Bodetales durch die wachsende Abraumhalde des Bischofferöder Kaliwerkes anrannten. Kistner, damals Leiter der Elektroabteilung des Zementwerkes Deuna, organisierte als Kopf einer Bürgerinitiative zusammen mit der Kulturbund-Ortsgruppe maßgeblich den mutigen Widerstand gegen diese geplante Maßnahme, die eine Überflutung Holungens hätte zur Folge haben können, da sich der 1979 unter der Halde gebaute Tunnel für die Bode als unsicher erwies. Zudem waren ungünstige klimatische Veränderungen für den Ort zu befürchten. Die Rettung kam dann durch Mauerfall und DDR-Auflösung. Mitte der 90er Jahre erfuhr Kistner, dass er auf einer Internierungslager-Liste der Stasi gestanden hatte. Lesen Sie hier den vollständigen Artikel auf tlz.de.

Mit seinen Werken hat Schriftsteller Reiner Kunze die gesamtdeutsche Literaturlandschaft in einzigartiger Weise geprägt. Hierfür wurde er am 9. Mai 2015 von der Hanns-Seidel-Stiftung in München mit dem Franz Josef Strauß-Preis ausgezeichnet. 
In der Rede zu seiner Auszeichnung geht Reiner Kunze explizit auf die Verhängung von Todesurteilen durch das SED-Regime ein und gibt Beispiele, die einen ideologischen Haß widerspiegeln, der durch nichts in Schranken gewiesen wurde. So spricht Kunze beispielsweise den Fall Manfred Smolka an, der wegen seiner Flucht nach West-Deutschland als 29-jähriger am 11. Juli 1960 enthauptet wurde. 
Weitere Hintergrundinformationen zum Fall Manfred Smolka und wie das SED-Regime versuchte, solche Exekutionen zu vertuschen finden Sie in diesem Beitrag des mdr.  

Die vollständige Rede von Reiner Kunze zu seiner Auszeichnung finden Sie hier. 
Lesen Sie hier mehr zur Preisverleihung auf der Webseite der Hans-Seidel-Stfitung. 

 

 

Der ehemalige Leichtatlet Volker Heinrich verstarb am 5. Mai 2015. In der letzten Zeit hatte er deutlicher auf sein Leiden infolge des DDR-Dopings aufmerksam gemacht. Von seiner Geschichte als politisch Verfolgter ist im Buch von Ellen Thiemann: "Wo sind die Toten von Hoheneck?"einiges zu lesen. Die Geschichte von Sylvia Oschem ("Arbeit verweigert, in Wasserzelle gesperrt") und Volker Heinrich wurde hier in der 2. Auflage (2014) eingefügt. Die technische Zeichnerin Sylvia Oschem und der Berliner Langstreckenläufer Volker Heinrich waren unabhängig voneinander wegen Republikflucht 1974 bzw. 1975 an der Grenze nach West-Berlin verhaftet worden. Sylvia Oschem wurde im Frauenzuchthaus Hoheneck inhaftiert und Volker Heinrich in der Haftanstalt Cottbus. Erstmals begegneten sie sich im April 1976 im Bus, der die freigekauften politischen Häftlinge aus der Abschiebehaft in Karl-Marx-Stadt nach Gießen brachte. Später trafen sie sich wieder und 1982 heirateten sie in Mainz. Im Jahr 2005 zogen Sylvia und Volker Heinrich in Sylvias alte Heimat in den Thüringer Wald. Volker Heinrich litt an Leberzirrhose. Er wurde mehrfach operiert. Ein Transplantationschirurg in Hamburg öffnet ihm die Augen und sagte zu ihm: "Du bist nicht der einzige. Ich habe noch mehr von denen, die mal Hochleistungssport gemacht haben. Die gleichen Symptome." und Volker Heinrich beschrieb vor einigen Wochen sein Leiden: "Da ging der Rhythmus dann los.Ich bin dann berentet worden und stehe heute auf der Transplantationsliste." (MDR Exakt am 7. Januar 2015). Er wird am 16. Mai in seiner neuen Heimat beerdigt. Sein Tod berührt uns!

Die Vorsitzende des Vereins Doping-Opfer-Hilfe, Ines Geipel, fragte den Thüringer Sportbund nach dem Tod von Volker Heinrich an, was der LSB für die Sportler, die politisch verfolgt oder mit Doping-Folgeschäden in Thüringen leben, getan hat. Lesen Sie den Artikel auf Thüringer Allgemeine Online vom 11.05.2015.

25 Jahre nach dem Ende des kommunistischen Regimes von Enver Hoxha hat das albanische Parlament am 30.04.2015 mit 84 Ja-Stimmen bei 22 Gegenstimmen (ohne Enthaltungen) beschlossen, die Archive der ehemaligen Geheimpolizei „Sigurimi“ (Drejtoria e Sigurimit të Shtetit, dt. Direktion der Staatssicherheit) zu öffnen. Diese Entscheidung ist Ergebnis jahrelanger parlamentarischer Debatten. Eine Unterscheidung zwischen Betroffenen, Tätern und Dritten wird nicht vorgenommen. Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens jeder fünfte Albaner mit dem wohl grausamsten kommunistischen Geheimdienst Europas zusammenarbeitete. Auf das Konto des von Enver Hoxha eingesetzten Terrorapparates gehen mehr als 7.000 Ermordungen. Über 100.000 Albaner mussten in Arbeitslager, in denen viele den Tod fanden. Nach dem Sturz des Hoxha-Regimes wurde die Geheimpolizei aufgelöst, viele der Akten wurden bis 1997 vernichtet.


Der Umgang mit dem Diktaturerbe in Albanien wird auch Thema des 19. Bundeskongresses der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen sein. Das vollständige Programm entnehmen Sie bitte dem Flyer

flyer ueberwundender Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur mit den Verfolgtenverbänden und Aufarbeitungsinitiativen.

pdf ThLA

 

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Der Abend mit Günter Grass und Johano Strasser in der Wohnung des Schriftstellers Frank-Wolf Matthies im November 1980 war heiß, auch wenn Günter Grass geschickt nur aus der auch in der DDR abonnierbaren rumänisch-deutschen Zeitschrift "Neue Literatur" las – einen kurz zuvor dort erschienenen Auszug aus "Kopfgeburten oder die Deutschen sterben aus". Wer hatte die Idee? Womöglich die Lektorin Krista Maria Schädlich, die Matthies zu Rowohlt und mich zum Ullstein Verlag brachte. Lesekreise und politische Grüppchen gab es mehrere in Ost-Berlin, bei Matthies war einiges anders. Der begnadete, liebevolle – und mitunter unausstehliche – Frank-Wolf wollte nicht nur die literarische Emanzipation von allen staatlichen Vorgaben, er betrieb nebenher auch die Verflechtung zur politischen Opposition hin. Neben DDR-Autoren wie Adolf Endler, Elke Erb oder Kurt Bartsch war auch Robert Havemann gelegentlicher Gast der Abende.

striche ziehenEine weißer Strich über die bunte Mauerseite in West-Berlin. Eine Kunstaktion, die 1986 mit einer folgenschweren Verhaftung enden sollte. Die Vorgeschichte spielt in der Weimarer Punkszene der 1980er Jahre, wo
kleine anarchische Freiräume gegen den staatlichen Normalismus verteidigt wurden: Macht aus dem Staat Gurkensalat! Mehr als dreißig Jahre später zeigt sich: es gab eine undichte Stelle. Ein Verrat steht plötzlich
im Raum. Die Folgen ziehen ihren perfiden Strich bis ins Heute. Freundschaften zerbrechen im Nachhinein. Der Film erzählt von der Spannung zwischen Subkultur und Diktatur. Es ist kein Strich unter die DDR zu ziehen.

www.deutsche-einheit-1990.de zeigt das Regierungshandeln aller 23 Ministerien

25 Jahre, nachdem die letzte und einzige frei gewählte DDR-Regierung am 12. April 1990 ihre Amtsgeschäfte aufgenommen hat, präsentierte die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Berlin die erste multimediale Dokumentation der Regierungsarbeit. Die Webseite „Aufbruch und Einheit. Die letzte DDR-Regierung“ bietet umfassende Einblicke in die Arbeit der letzten DDR-Regierung und ihrer Protagonisten.

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Christian Dietrich (rechts) übergibt seinen Tätigkeitsbericht an Christian Carius (links)

Heute hat der Thüringer Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Christian Dietrich seinen Tätigkeitsbericht an den Landtagspräsidenten Christian Carius überreicht. Erstmalig bezieht sich der Tätigkeitsbericht auf einen Zeitraum von zwei Jahren.

Eckpunkte des Berichts sind zum einen die Beratungstätigkeit des Landesbeauftragten sowie der Beratungsinitiative SED-UNRECHT, zum anderen die Aktivitäten des Landesbeauftragten im Rahmen politischer Bildung. Zahlreiche Statistiken, etwa zu der Akteneinsicht in die Stasi-Unterlagen oder zur Beratung von ehemaligen DDR-Heimkindern machen deutlich, dass die Aufarbeitung der SED-Diktatur bei Weitem nicht abgeschlossen ist.

„Das Erzählen über die DDR kann eine Chance sein.“ Das schreibt der Roland Jahn im Vorwort seines Buches „Wir Angepassten“.

"Mit hochbelastetem Personal ist Aufarbeitung nicht zu machen - diese Menschen demütigen und ignorieren die Opfer", ist Ines Geipel überzeugt. Die ehemalige DDR-Leistungssportlerin ist die Vorsitzende des Doping-Opfer-Hilfevereins. Sie prangert seit Jahren die stagnierende Aufarbeitung der Stasiverstrickung und des Dopings im DDR Sport an. Weder die Sportvereine und -verbände noch die Politik hätten ein Interesse an einer echten Vergangenheitsbewältigung.

25 Jahre … Eine Langzeit Dokumentation über die Entwicklung Ostdeutschlands von der ehemaligen DDR von 1990 bis heute.

Im Frühjahr 1990 nur wenige Monate nach dem Mauerfall und ein halbes Jahr vor der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 beschließt der Filmemacher und Kameramann Roland Blum seine Eindrücke der sich rasant verändernden DDR filmisch festzuhalten.

Dabei wird ihm klar, dass die DDR 1989 kurz vor dem ökologischen Zusammenbruch stand. Ein verschlissenes Land. Der Produktionswettlauf mit dem Westen hatte Altlasten und Sanierungsstaus in apokalyptischem Ausmaße entstehen lassen.

Auf der diesjährigen Geschichtsmesse in Suhl trafen sich am vergangenen Samstag Ministerpräsident Bodo Ramelow, DIE LINKE, und Rainer Eppelmann, Vorsitzender der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, um unter anderem über die DDR als Unrechtsstaat zu diskutieren.

Welchen Stellenwert hat die Denunziation in einer Diktatur? Wie lässt sich das Phänomen beschreiben? Und wie vergleicht es sich durch verschiedene Systeme der neueren Geschichte? Diesen Fragen geht der neue Sammelband aus der Forschungsabteilung des Bundesbeauf-tragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) nach.

Am 14. Januar wird ein Feature auf MDR Figaro zu den geheimen Isolierungslagern der DDR ausgestrahlt. Dabei geht es unter anderem um die geplante Nutzung der damaligen Kreisdienststelle des MfS in Apolda.

Ist den Opfern der kommunistischen Diktatur in der DDR durch den bundesdeutschen Rechtsstaat Gerechtigkeit widerfahren? Dieser Frage widmeten sich Bundespräsident Joachim Gauck, der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Professor Hans-Jürgen Papier, und der Psychologe und Schriftsteller Jakob Hein in der Podiumsdiskussion „Recht und Gerechtigkeit – Der Umgang mit dem SED-Unrecht im vereinten Deutschland“ am 10. Dezember 2014 in der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Berlin.

Rede des Landesbeauftragten

4. Dezember: Erfurt - Petersberg 15:00

Mittwoch, 3. Dezember, 15 Uhr, Jakobskirche in Weimar,

Icon externer Link MDR-Interview Wir sind eine offene Gesellschaft

"Mit hochbelastetem Personal ist Aufarbeitung nicht zu machen - diese Menschen demütigen und ignorieren die Opfer", ist Ines Geipel überzeugt. Die ehemalige DDR-Leistungssportlerin ist die Vorsitzende des Doping-Opfer-Hilfevereins. Sie prangert seit Jahren die stagnierende Aufarbeitung der Stasiverstrickung und des Dopings im DDR Sport an. Weder die Sportvereine und -verbände noch die Politik hätten ein Interesse an einer echten Vergangenheitsbewältigung.

Erfurt, den 20. November 2014

Am 14.11. fand die 1. Lesung des Fünften Gesetzes zur Verbesserung rehabilitierungsrechtlicher Vorschriften für Opfer der politischen Verfolgung in der DDR statt.

Udo Scheer über Plauen
Rainer Eckert über Leipzig
Mittwoch, 10. Dezember 2014, 18:30 Uhr
in der Volkshochschule Jena
(Gebäude Grietgasse 17a, 07743 Jena)

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von Inga Wolfram

So nicht Genossen! Vier Frauen retten die Stasi-Akten

ARD Das Erste Sonntag, 30.11.2014 17:30 – 18:00 (30 Min.)

Weimar: Dienstag, 25.11.2014, 19.00 Uhr, Café-Restaurant "Divan"
Gäste: Rudolf Keßner, Christine Schild
Moderation: Stephan Schack

Gera: Mittwoch, 26.11.2014, 19.00 Uhr, Museumsstuben im Ferberschen Haus
Gäste: Gabriele Damm, Michael Stolle
Moderation: Stephan Schack

Flucht und Vertreibung 
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Kontakt

Der Landesbeauftragte des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (ThLA)
Postfach 90 04 55
99107 Erfurt

E-Mail:  info@thla.thueringen.de
Fax: 0361 37-71952
Tel: 0361 37-71951

Der Landesbeauftragte auf Facebook:
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Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur trägt zur umfassenden Aufarbeitung von Ursachen, Geschichte und Folgen der Diktatur in der SBZ und in der DDR bei.

www.bundesstiftung-aufarbeitung.de

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für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik

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