Freitag, 22.September 2017

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Am 1. Juni hat in Russland ein Prozess gegen den Historiker und Bürgerrechtler Jurij (bzw. Yuri) Dmitriev begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm die Herstellung von Kinderpornographie, sexuellen Missbrauch von Kindern und unerlaubten Waffenbesitz vor. Zahlreiche Hinweise sprechen dafür, dass die Anklage auf einer anonymen Denunziation und fingierten Beweisen beruht und in dem Verfahren, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, keine unabhängigen Gutachter zugelassen werden. Bereits kurz nach der Verhaftung Dmitrievs, der Vorsitzender der Menschenrechtsvereinigung Memorial in Karelien ist, hat das staatliche Fernsehen eine Rufmordkampagne gegen Dmitriev und die gesamte Organisation Memorial ausgestrahlt. Dmitriev hat historische Arbeit von unschätzbarem Wert bei der Aufklärung der Verbrechen des Stalinismus in Nordwestrussland geleistet. Bekannt wurde er, als er 1997 die Massenerschießungsstätte Sandarmoch in den karelischen Wäldern entdeckte, wo in den Jahren 1937–1938 10.000 Menschen ermordet wurden. (Yuri Dmitriev, Mesto Rasstrela Sandarmokh. Petrozavodsk 1999). Der polnische Historiker Tomasz Kizny interviewte ihn in Vorbereitung seiner Ausstellung »Der große Terror«. Das Interview ist in Auszügen in der Ausstellung zu hören, die am 17. Juni 2017, 18:00 Uhr, in der Gedenkstätte Andreasstraße eröffnet wird. Mehr dazu hier auf geschichtsverbund-thueringen.de.

Eine an den Vorsitzenden des Stadtgerichts von Petrozavodsk und den Vorsitzenden des Obersten Gerichtshofs von Karelien gerichtete Petition von MEMORIAL ruft diese dazu auf, ein rechtsstaatliches Verfahren für Dmitiriev zu gewährleisten. Zahlreiche renommierte Persönlichkeiten, darunter Anne Applebaum, Timothy Snyder, Nicolas Werth und Jan Claas Behrends haben diese Petition unterzeichnet. MEMORIAL ist davon überzeugt, dass der Gang an die internationale Öffentlichkeit der richtige Weg ist, um die Chancen auf ein rechtstaatliches Verfahren zu erhöhen. Die Petition von Memorial haben inzwischen über 1.300 Personen unterzeichnet. DIe entsprechende Petition auf russisch haben bereits über 11.000 Menschen unterstützt. Die Autoren behaupten, dass das Vorgehen der russischen Behörden vergleichbar sei, mit jenen der sowjetischen Behörden im Großen Terror.

 

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Zwangsaussiedlungen in Thüringen

Diese interaktive Karte zeigt über 200 Orte in Thüringen, die von Zwangsaussiedlungen betroffen waren. Klicken Sie auf die Markierungen, um mehr zu erfahren. 

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Gelb: Zwangsaussiedlungen 1952
Orange: Zwangsaussiedlungen 1961
Rot: Zwangsaussiedlungen in mehreren Jahren

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