Dienstag, 24.Oktober 2017

ThLA logo

Am 2. Oktober ist Wolfgang Mayer nach längerer Krankheit verstorben.

Wolfgang Mayer besetzte am 9. September 1988 die Dänische Botschaft in Ostberlin zusammen mit weiteren Ausreisewilligen. Der dänische Botschafter verständigte die DDR-Regierung, die in der darauffolgenden Nacht in das Botschaftsgelände eindrangen und die Botschaftsbesetzer inhaftierten. Die dreizehn Erwachsenen wurden einen halben Tag lang verhört, die fünf Kinder in ein Heim verbracht. Später wurden die Flüchtlinge zu mehrjährigen Gefängnisstrafen „auf Bewährung“ verurteilt und durften am 22. März 1989 ausreisen.

Wolfgang Mayer nahm seinen Wohnsitz in Cochem an der Mosel und verarbeitete seine Erfahrungen mit der Ausreise in den beiden Büchern „Dänen von Sinnen“ (1990) und „Die mit dem Storch zogen“ (1992). Er studierte Politikwissenschaft und promovierte zur Rechtslage und DDR-Praxis gegenüber Ausreisewilligen („Flucht und Ausreise“, publiziert 2002).

Zuvor hatte er von 1970 bis 1975 Pädagogik an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg studiert. Anschließend war er bis 1986 in Ilmenau und Hildburghausen als Lehrer für Mathematik und Polytechnik angestellt. Am 10. März 1987 stellte Wolfgang Mayer zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern einen Ausreiseantrag. Er wurde daraufhin fristlos entlassen. Nach längerem Kampf wurde er 2002 in Thüringen wieder in den Thüringer Schuldienst eingestellt. 2007 begründete er das Internetforum „Flucht und Ausreise“.

"Ich habe ihn als einen aufmerksamen Zeitgenossen und streitbaren Demokraten und Erwachsenenbildner kennengelernt", sagt der Landesbeauftragte Christian Dietrich. Er wird uns fehlen. 
Die Trauerfeier findet am Samstag, den 14.10.2017 um 13:30 Uhr in der Trauerhalle des Großen Friedhofs in der Leonhardtstraße in Greiz / Thüringen statt.

ThLA-Navigator

Wie können wir Ihnen helfen?

Geben Sie einen Suchbegriff ein:

> Alle Dienstleistungen


Interaktive Karte
Zwangsaussiedlungen in Thüringen

Diese interaktive Karte zeigt über 200 Orte in Thüringen, die von Zwangsaussiedlungen betroffen waren. Klicken Sie auf die Markierungen, um mehr zu erfahren. 

Legende: 
Gelb: Zwangsaussiedlungen 1952
Orange: Zwangsaussiedlungen 1961
Rot: Zwangsaussiedlungen in mehreren Jahren

Cover Bericht

Kontakt

Der Landesbeauftragte des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (ThLA)

Postfach 90 04 55 | 99107 Erfurt

Tel.: 0361 57 3114-951
Fax: 0361 57 3114-952
E-Mail:  info@thla.thueringen.de

Der Landesbeauftragte auf Facebook:

FB f Logo blue 100

Plakat Web

Beratungsangebote

Persönliche Beratung und telefonische Anfragen sind zu den aufgeführten Sprechzeiten möglich.

Ihr persönlicher Beratungstermin

Bundesstiftung Aufarbeitung

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur trägt zur umfassenden Aufarbeitung von Ursachen, Geschichte und Folgen der Diktatur in der SBZ und in der DDR bei.

www.bundesstiftung-aufarbeitung.de

der bundesbeauftragte

Der Bundesbeauftragte
für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik

www.BStU.bund.de

Cover GG18 H77 mittel