Montag, 24.Juli 2017

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Das sowjetische Arbeitslagersystem - in der zeitgenössischen Abkürzungssprache GULag genannt – wurde vor fast 100 Jahren errichtet und sehr schnell ausgebaut. Bis Mitte der 1950er Jahre durchliefen schätzungsweise 20 Millionen Menschen das Lagersystem. Zu diesem Zeitpunkt umfasste das System mehr als 200 Standorte, zu einem Großteil in den unwirtlichen Gegenden Sibiriens. (Eine Karte des GULag-Systems finden Sie hier auf www.gulag.memorial.de). Mehr als 2,7 Millionen verloren dort ihr Leben. In den letzten Lebensjahren Stalins waren rund 2,5 Millionen Menschen in den Lagern inhaftiert. Im Lager Workuta waren ca. 50.000 Deutsche inhaftiert. Nach dem 17. Juni 1953 kam es hier zu einem Aufstand im GULAG. Interessant hierzu ist das im Leipziger Universitätsverlag 2013 von Gerald Wiemers herausgegebene Buch "Der Aufstand. Zur Chronik des Generalstreiks 1953 in Workuta, Lager 10, Schacht 29". Das jüngst erschienene Video "Das Gulag-Museum in Moskau" aus der Reihe Ostblog (hier auf Tagesschau online) gibt Einblicke in die russische Persepektive, die dortige Erinnerungskultur und Hinweis auf eine große Datenbank der Opfer (siehe lists.memo.ru).
Wer sich für das Thema GULag interessiert, findet dazu im Juni auch mehrere interessante Veranstaltungen in Erfurt: 

Filmvorstellung "Die Macht der Erinnerung - GULAG-Gedenken in Russland"

Im heutigen Russland wird die Erinnerung an Stalin und den GULAG, das repressive sowjetische Lagersystem, neu verhandelt. Der Film zeigt den Streit um die GULAG-Gedenkstätte Perm’ 36, die 2014 verstaatlicht wurde. Aus verschiedenen Blickwinkeln schildert er, wie das heutige Russland seine Vergangenheit mit Gewalt neu schreibt. Die Regisseurin Kerstin Nickig ist zur anschließenden Diskussion vor Ort.
Die Filmvorstellung findet am 6. Juni um 19:00 Uhr in der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße in Erfurt statt. (Eine Veranstaltung der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur)

Filmvorstellung "Die letzten Zeugen des Gulag" 

Der Film von Dr. Dean Cáceres und Lars Henze begibt sich auf Spurensuche nach den letzten Überlebenden der stalinistischen Arbeitslager. Dabei führt die Reise von den Erschießungsplätzen Butowo und Sandarmoch bis an die äußersten Grenzen der Zivilisation: Auf den Solowki-Inseln wurde das Gründungskloster der orthodoxen Kirche zum „arktischen Auschwitz“ (Alexander Solschenizyn).
An die Filmvorstellung schließt sich eine Diskussions- und Gesprächsrunde mit Dean Cáceres an. 
Die Filmvorstellung findet im Rahmen des Tags der offenen Tür am 17. Juni um 14:00 Uhr im Thüringer Landtag (Funktionsgebäude, EG, Raum F 002) statt. Mehr Informationen dazu finden SIe hier

 

Ausstellungseröffnung "Der große Terror"

1937/38 fordert der stalinistische Terror 1,5 Millionen Opfer. Menschen verschwinden für immer, Polizeifotos sind die einzige Erinnerung. Der polnische Fotograf Tomasz Kizny hat diese Aufnahmen und Interviews mit den Hinterbliebenen zu einer eindrucksvollen Ausstellung zusammengefügt. Er gibt den Vergessenen ihren Namen und ihre Geschichte zurück.
Der russische Pianist Prof. Dr. Jascha Nemtsov spielt zur Eröffnung vergessene und von ihm wiederentdeckte Kompositionen, die im GULAG dieser Zeit gespielt wurden.
Die Ausstellungseröffnung findet am 17. Juni um 18:00 Uhr in der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße in Erfurt statt. (Eine Veranstaltung der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur)

 

 

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Zwangsaussiedlungen in Thüringen

Diese interaktive Karte zeigt über 200 Orte in Thüringen, die von Zwangsaussiedlungen betroffen waren. Klicken Sie auf die Markierungen, um mehr zu erfahren. 

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Gelb: Zwangsaussiedlungen 1952
Orange: Zwangsaussiedlungen 1961
Rot: Zwangsaussiedlungen in mehreren Jahren

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Der Landesbeauftragte des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (ThLA)

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