Montag, 24.Juli 2017

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Vortrag und Gespräch mit Baldur Haase über die Wahrsagerin Charlotte Marquardt

Heute spricht der Wissenschaftler Baldur Haase um 19:30 Uhr im Gemeinderaum der Katholischen Kirche “Sankt Kilian” in Suhl über seine dokumentarische Erzählung „Die Kartenlegerin von Suhl“, worin er das Schicksal der Wahrsagerin Charlotte Marquardt beschreibt. Seinerzeit geriet Marquardt ins Visier der Stasi, weil sie ihren Nachbarn günstige Fluchttermine wahrsagte.

Haase hatte seit den 1990er Jahren Publikationen über regionale Einzelschicksale, wie beispielsweise seine erste dokumentarische Erzählung "Die Kartenlegerin von Suhl: Ich bin bei der Stasi gefangen … (1955/56)" veröffentlicht. Der Autor erläutert im Gespräch mit dem Journalisten Markus Ermert (Freies Wort), wie er auf den Fall der Kartenlegerin Charlotte Marquardt aufmerksam wurde, wie er Zeitzeugen ausfindig machte, die sie persönlich kannten und welche Rolle schließlich die Akten der Staatssicherheit spielten. Und zuletzt, ob die Fluchttermine – zumindest in Teilen – tatsächlich günstig gewesen waren.

 

Über Baldur Haase:
Geboren 1939 im Sudetenland, wächst Baldur Haase nach 1945 in Ostthüringen auf. Außergewöhnlich ist seine große Begeisterung für Literatur, Geschichte und Erdkunde. Er pflegt Brieffreundschaften in viele westliche Länder und ahnt nicht, dass ihn die Stasi genau deshalb bereits 1957 beobachtet. Und dann bekommt er als Neunzehnjähriger von einem Brieffreund aus der Bundesrepublik ein Paket mit George Orwells Roman "1984", der in der DDR verboten ist. Baldur Haase sagt heute, das Buch habe sein Leben verändert. Damals glaubt er, er müsse höchstenfalls mit einer Geldstrafe rechnen, wenn er das verbotene Buch weitergeben würde. Doch er wird denunziert, verhaftet und wegen "staatsgefährdender Hetze" zu drei Jahren und drei Monaten Zuchthaus verurteilt. Von 1959 bis 1961 ist er politischer Häftling in Waldheim und wird kurz vor dem Mauerbau auf Bewährung entlassen.
Er kehrt zu seinem erlernten Beruf als Drucker zurück, absolviert ein Fernstudium am Institut für Literatur in Leipzig und arbeitet danach bis 1990 in einer Kultureinrichtung in Gera. 1991 wird Baldur Haase rehabilitiert. Seither recherchiert er in Stasiakten und Archiven und veröffentlicht Dokumentationen über regionale Einzelschicksale von Menschen, die ins Visier der Staatsicherheit gerieten, so auch über Charlotte Marquardt, "die Kartenlegerin von Suhl".

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Orange: Zwangsaussiedlungen 1961
Rot: Zwangsaussiedlungen in mehreren Jahren

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