Freitag, 22.September 2017

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Christoph Kleemann ist verstorben. Er wurde in Meißen geboren und kam als Theologiestuden 1962 nach Rostock. Hier war er ab 1976 Studentenpfarrer und entwickelte eine Schule der Mündigkeit.

In der Revoution engagiert und dann erster Oberbürgermeister, der diesen Titel verdiente, hat er sich in die Geschichte Rostocks eingeschrieben und als Außenstellenleiter der Stasiunterlagenbehörde wichtige Aufbauarbeit für die Demokratisierung Rostocks aber auch Deutschlands geleistet. In diesem Jahr erschien sein Roman Hans im Glück oder Die Reise in den Westen. Er verbindet mit poetischer Leichtigkeit aktuelle Stimmungen und historische Reflexionen.


So soll er zu Wort kommen:

„Georg steht am Ausgang und befindet sich unter den Ersten, die hinaus ins Dunkel treten. Er sieht heitere Menschen, von Kerzen angestrahlt, die nach ihm aus dem Portal der Markuskirche quellen, Menschen, die sich verschwörerische Blicke zuwerfen, viele bekannte Gesichter darunter, aber auch neue. Fremde möchte er nicht sagen. Wer jetzt mitgeht, ist nicht mehr fremd.
Georg, hört er eine Stimme, hast du mal Streichhölzer?
Damit der Wind die ungeschützten Lichter nicht ausbläst, hat Georg, wie viele andere, seinem Licht eine Papiermanschette verpasst. Noch leuchtet seines.
Nein, sagt er, hab ich nicht. Aber du kannst dein Licht an meiner Kerze anzünden.
Ich wollte eine rauchen, sagt der junge Mann neben ihm.
Jetzt, wo es losgeht, fragt Georg.
Genau, sagt er, jetzt, weil es losgeht. Ich mag aber meinen Stummel nicht in eine Kerze halten.
Eine befreiende Anspannung liegt über der ersten Demonstration in seiner Stadt.
Sein Blick streift die dunklen Anoraks mit dem roten Futter, die sich schon am Nachmittag in Zweier- und Dreiergruppen völlig unauffällig um die Kirche herum postiert haben, so zivil wie irgend möglich und darin wieder uniform.
Müsste man sich die Gestalten merken, die man in sie gesteckt hat?
Wozu?
Aber das Gefühl an diesem ersten Mittwoch muss uns erhalten bleiben, darf niemals ganz verloren gehen, denkt er. Wer weiß, wofür wir es noch brauchen.“

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Zwangsaussiedlungen in Thüringen

Diese interaktive Karte zeigt über 200 Orte in Thüringen, die von Zwangsaussiedlungen betroffen waren. Klicken Sie auf die Markierungen, um mehr zu erfahren. 

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Gelb: Zwangsaussiedlungen 1952
Orange: Zwangsaussiedlungen 1961
Rot: Zwangsaussiedlungen in mehreren Jahren

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