Mittwoch, 13.November 2019

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Die Mauer ist auf! Das war der Satz, der sich am Abend des 9. November 1989 durch die DDR trug. Dieser glückliche Moment der Geschichte ebnete den Weg zu Freiheit, Einheit und Frieden in Europa. Der Landesbeauftragte erinnert im Zusammenhang mit dem freudigen Ereignis des Mauerfalls und seinem 30-jährigen Jubiläum auch an das über Jahrzehnte erlittene Unrecht an der innerdeutschen Grenze:

„Stacheldraht und Mauer sorgten dafür, dass die DDR einem großen Gefängnis glich, an dessen realen und imaginären Grenzen viele Menschen litten. Bei aller positiver Erinnerung an den Fall der Mauer dürfen die Schicksale der vielen Betroffenen von SED-Unrecht, etwa das der Zwangsausgesiedelten und der Grenzopfer, nicht in Vergessenheit geraten“, erklärt Dr. Peter Wurschi dazu.

Jene Menschen, die in der DDR an der Grenze lebten, bekamen als erste die Auswirkungen des Kalten Krieges zu spüren. Im Mai 1952 machte das SED-Regime die Grenzen dicht. Ein Sperrgebiet wurde installiert und die Grenzregion nun mit großem Aufwand bewacht und überwacht. Nur kurze Zeit später wurden über 8.300 Grenzbewohner der DDR staatlich organisiert aus ihren Heimatorten vertrieben – davon waren über 3.500 Thüringer betroffen. Sie verloren von heute auf morgen ihr zu Hause und wurden von ihren Familien und Freunden getrennt. Nach dem Beginn des Mauerbaus am 13. August 1961 kam es dann zu einer zweiten Zwangsaussiedlungsaktion. 3.175 Menschen verloren ihre Heimat, grenznahe Gebäude und Höfe wurden häufig dem Erdboden gleich gemacht.

Der „antifaschistische Schutzwall“, so der Propaganda-Ausdruck für Mauer und Grenze, sorgte ab 1961 mit tödlicher Präzision dafür, dass die Bürger der DDR in ihrem Land gefangen blieben. Fluchtversuche wurden durch Mauern und Zäune, durch Hunde-Laufanlagen, durch Minen und Selbstschussanlagen und mit Schießbefehl ausgestattete Grenzsoldaten nahezu unmöglich gemacht. Nach aktuellen Forschungen starben zwischen 1949 und 1989 mindestens 327 Menschen an der Berliner Mauer und der innerdeutschen Grenze.

Der Überwindung der deutschen Teilung gingen zahlreiche Opfer jener deutschen Teilung voraus; auch ihnen gilt es am 9. November zu Gedenken.

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Zwangsaussiedlungen in Thüringen

Diese interaktive Karte zeigt über 200 Orte in Thüringen, die von Zwangsaussiedlungen betroffen waren. Klicken Sie auf die Markierungen, um mehr zu erfahren. 

Legende: 
Gelb: Zwangsaussiedlungen 1952
Orange: Zwangsaussiedlungen 1961
Rot: Zwangsaussiedlungen in mehreren Jahren

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Lesung Rachowski

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